Wenn Visionen auf Geld, Regeln und Gesetze treffen.

Einen Wertedialog über die Themen ‚Geld, Werte & Wirtschaft’ anstoßen, der wegweisende Projekte für eine Entwicklung der Zukunft unserer Gesellschaft und vor allem unserer Kinder entstehen lässt – heißt es in unserer Bewerbung um die Ausschreibung des sächsischen Sozialministeriums „Landesprogramm Weltoffenes Sachsen für Demokratie und Toleranz“.

Die bestehenden schulischen und unternehmerischen Angebote auf die Bedürfnisse und vor allem die Werte der Jugendlichen anzupassen und um weitere zu ergänzen, um jedem Schüler die Chance zu bieten, einen Beruf, der seinen Interessen und Kompetenzen entspricht, zu finden – heißt es in einer weiteren Bewerbung um Fördermittel des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus um ein Vorhaben der vertieften Berufsorientierung, hierbei handelt es sich um ESF Mittel, die Verwaltung übernimmt die Sächsische Aufbaubank.

MenschBank ist einen weiten Weg gegangen, um jetzt sehr klar zu wissen, was wir für die Menschen wollen, wie wir es wollen, warum wir es wollen und mit wem wir das Projekt Jungendwirtschaftskongress ‚Wirtschaft begeistert‘ & ‚Schüler verändern die Welt.‘ gemeinsam für die Schüler anpacken. Und wenn wir wirklich etwas und vor allem nachhaltig erreichen möchten, dann braucht es über die vielen ehrenamtlichen Unterstützter bei MenschBank hinaus auch finanzielle Ressourcen. Wir hoffen sehr darauf, dass uns das Land Sachsen sowie Europa bei diesen Bildungsvorhaben unterstützt, zumal wir damit genau die Trends und Wünsche treffen, die Sachsen und Europa über seine Förderprogramme ausgeschrieben hat.

Langsam drängt die Zeit... Der Jugendwirtschaftskongress steht im Oktober an, das ist jetzt ziemlich genau noch ein halbes Jahr hin. Einige der Referenten stehen (die sind meist schon ein Jahr im Voraus verplant), die Wirtschaftsjunioren unterstützen uns, viele weitere Kooperationspartner warten auf das GO, die Presse steht vor der Tür, die Anfragen häufen sich und wir brauchen wirklich endlich offizielle Räume, wo man uns auch als Mensch vor Ort begegnen kann, wo wir erreichbar sind für die Menschen, sowie Mitarbeiter, mit denen wir gemeinsam einfach mehr schaffen können, was uns allen nützt.

Es fehlt am Geld. Unser Netzwerk an helfenden Händen, inspirierenden Visionären und Impulsgebern hat bereits eine beachtliche Größe erreicht und es wächst mit jedem Tag weiter. Wir sind immer wieder beeindruckt und zu tiefst berührt, wie viel Zuspruch wir in der Sache, etwas Werteorientiertes für die Jugend zu tun, erhalten. Das gibt uns unglaublich viel Kraft und es lässt uns konstruktiv mit Kritik, ein wenig Belächeln und etwas Skepsis umgehen. Dadurch lernen wir jeden Tag dazu, entwickeln uns weiter und entdecken neue Lösungsansätze. An dieser Stelle gilt der Dank unseren Förderern und Kritikern. Wir finden es sehr beeindruckend, wie viel wir mit der „Ressource“ Mensch bewegen können, Menschen, die Kapazitäten übrigen hatten oder jetzt haben, entwickeln eine unglaubliche Freude am Geben für das Gemeinwohl, sodass es nicht überall Geld braucht, für das was wir benötigen.

Und für den Rest, da wo Ressourcen noch nicht frei oder ungenutzt zur Verfügung stehen, suchen wir nach Möglichkeiten, diese Lücken mit Geld zu schließen. Wichtig ist uns bei diesen Möglichkeiten, dass wir auch hier nur Ressourcen einsetzen, die ohnehin zur Verfügung stehen und noch keinem sinnbehafteten Zweck zugutegekommen sind. Wir achten auf Ressourcenschonung, Effizienz und Effektivität. Das was übrig ist, geben wir gern und freuen uns auch darüber, zu erhalten.

Aus diesem Grund sind wir den Weg, den der Fördermittel gegangen. Dabei war das gar nicht unsere Idee. Eine sehr eifrige und engagierte Fördermittelberaterin beobachtet uns schon eine Weile, sie setzt sich bereits mit 10% ihres Umsatzes für gemeinnützige Zwecke ein und sah ein Zeitfenster, uns zu unterstützen, weil wir wohl die gesellschaftlichen Megatrends der EU abdecken.

Gesagt, getan. Da die Zeit drängte, sind wir eine Woche lang unentwegt mit dem Stellen von Anträgen beschäftigt gewesen, es ist unglaublich viel Arbeit und Aufwand und Zeit, doch wir wissen, worum es geht. Wir machen schon nicht mehr nur Überstunden, Nächte werden kürzer, doch irgendwie schaffen wir es, beide Anträge rechtzeitig einzureichen. Wir sind erleichtert, jedenfalls für einen Moment.

Im zweiten Moment denken wir darüber nach, wie dieses Fördermittelthema funktioniert, weil wir schon beim Antragschreiben realisieren, dass wir den Mehrwert, den wir schaffen wollen, nicht in der von uns gewünschten und unserer Auffassung nach effektivsten Art und Weise umsetzen können. Der thematische und zeitliche Rahmen erscheint uns recht eng. So entstehen Grenzen unserer Möglichkeiten, wo natürlicherweise themenübergreifend (Geld spielt mittlerweile in jedem gesellschaftlichen Bereich eine tragende Rolle) und zeitlich sinnvolle (Projekte enden, wenn sie erfolgreich sind und nicht mit dem Haushaltsjahr) und aus unserer Sicht notwendige Synergien mit anderen Projekten und Ideen entstehen, die dann auch jedem und nicht nur einer sehr begrenzten Zielgruppe zur Verfügung stehen, gerade wenn es um Bildung geht.

Mittlerweile hören wir zudem von immer mehr Menschen, Institutionen und Unternehmen zwar auf der einen Seite den Respekt, dass wir uns daran versuchen, auf der anderen Seite allerdings auch die Resignation dem Thema Fördergelder gegenüber. Zu eng gedacht, zu kompliziert, zu spezifisch, zu hohe unternehmerische Anforderungen … sind die Meinungen, die uns mittlerweile wenig überraschen. Wirklich jeder rät uns davon ab, der diesen Weg schon einmal gegangen ist.

Wir sind überaus glücklich darüber, dass wir in beiden Anträgen trotz der genannten Beschränkungen und den hohen Maßstäben der zu erfüllenden Voraussetzungen nur aufgeführt haben, was wir leisten KÖNNEN und WOLLEN. Wir faken keine Zahlen oder Kooperationspartner, nur um den Zuschlag zu bekommen. Wir versprechen der Gesellschaft, den Kindern nichts, was wir nicht wirklich leisten können. Wir sind nicht käuflich. Wir verbiegen uns nicht für Geld. Was nicht unseren Werten entspricht, das tun wir nicht. Und ja, auch wenn wir den Zuschlag nicht erhalten sollten, dann haben wir zumindest eines erreicht: Wir sind wir selbst geblieben und wir stehen auch weiterhin zu unseren Werten.

Jetzt heißt es Daumen drücken.

In der Zwischenzeit beschäftigt uns ein weiteres Thema. Spenden, Sponsoring und Namen. Wenn uns beispielsweise ein Unternehmen für unser Bildungsprojekt Geld zur Verfügung stellt, dann dürfen wir die Namen dieser Unternehmen nicht heraushebend darstellen, weil es sich dabei um eine Gegenleistung (Öffentlichkeitsarbeit für das spendende Unternehmen) handelt, die dann als Sponsoring gesehen und mit der Umsatzsteuer belegt wird. Was bedeutet das jetzt für uns? Uns stünde weniger Geld real für unser Bildungsprojekt zur Verfügung. Oder übersetzt: Der Staat besteuert unser Bildungsengagement. Da Bildung eine originäre Staatsaufgabe ist, ist der Staat dann wieder in der Pflicht, das, was wir weniger für die Bildung tun können, selbst in die Hand zu nehmen. Uns fällt es schwer, diese Regelung einfach hinzunehmen. Wir wollen doch dem Staat Arbeit abnehmen und ihn entlasten.

Im Übrigen zahlen wir gern Steuern und ermutigen jeden dazu, dies wird ein wichtiges Thema auf dem Jugendwirtschaftskongress sein. Warum? Weil Steuern den Wohlstand in Deutschland federführend ermöglichen. Steuern kommen dem Gemeinwohl zu Gute. Auf unseren Vorschlag, einen Spendentopf für das Finanzamt ins Leben zu rufen, indem wir Geld als Ausgleich für die Umsatzsteuer sammeln, stieß bisher auf kopfschüttelndes Unverständnis. Doch damit bekäme rein faktisch jeder das, was er sich wünscht.

Ja, wir sind anders, wir haben quere Ideen, besondere Ansätze und ungewöhnliche Lösungsvorschläge. So scheint es. Denn im Grund genommen tun wir nur das, was menschlich und logisch, ressourcenschonend und praktisch sinnvoll, effizient und effektiv zugleich ist. Wir wollen Ergebnisse produzieren, für die Gesellschaft, nachhaltig und nicht nur reden. Wir möchten Lösungen liefern, mit Menschen und Institutionen zusammen, die auch tatsächlich etwas ändern. Wir laden jeden herzlich dazu ein, diese Vision zu unterstützen und gute Lösungen für unsere Gesellschaft zu finden.

Regeln und Gesetze, eines unserer Vorstandsmitglieder ist Volljurist, sind richtig und wichtig, wenn diese den Menschen und dem Gemeinwohl dienen. Hindern sie eher, als dass sie nützen, dann möchten und werden wir auch weiterhin darüber sprechen und unterstützen, Lösungen zu finden, die allen nützen. Diese werden natürlich zunächst ungewöhnlich und vielleicht sogar befremdlich wirken. Doch wenn wir damit mehr und schneller für die Gesellschaft erreichen können, wieso sollten wir dann diese Regeln und Gesetze nicht weiterdenken und weiterentwickeln?

Jedes Mal dort, wo man uns sagt, dass etwas nicht geht, unterstützen wir, etwas möglich zu machen. Die Aufgabe von MenschBank darin, das Gemeinwohl zu fördern, indem wir Dinge möglich machen, die bisher noch nicht möglich erschienen. Wir sind noch sehr jung, wir probieren vieles aus und es ist nicht immer leicht und einfach uns sofort zu verstehen. Das geht in Ordnung. Vertrauen wächst wie ein gesunder Baum. Der Samen ist gesät. Die Sonne scheint uns bereits sehr häufig ins Gesicht. Das Gießen hat begonnen. Und wir nehmen uns die Zeit, die es braucht. Wir sind geduldig. Wir freuen uns, über jeden Schritt den wir gehen, manchmal auch 2 nach vorn und 1 zurück. Wir machen gern Menschen glücklich, wir helfen und unterstützen gern. Der Baum wird wachsen und er wird groß werden.

Und wir sind für alles offen, wir reden mit jedem, der an einer Lösung interessiert ist und wir unterstützen wo wir können, das Gemeinwohl voranzubringen.

Wege sind nur dann neu, wenn man sie das erste Mal geht. Beim zweiten Mal wird es bereits zur Gewohnheit.

Wir gehen weiter, für die Schüler, das haben wir ihnen versprochen.

 

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