Was wir gelernt haben…

…als wir finanzielle Bildung an die Schulen bringen wollten.

Als wir uns über unsere Vision Gedanken gemacht haben, wie man gesunde Menschen mit gesunden Finanzen etablieren kann. Als wir darüber diskutierten, wie man erreichen könnte, dass sich die Menschen nicht mehr über Geld definieren, sondern über ihr eigenes Wertesystem. Als wir Fragen stellten, wie man glücklich werden kann, ob und wieviel Geld es dafür braucht und mit wem wir beginnen sollten, unsere Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Da fielen uns als erstes Finanzinstitute, Berater, Banker und Vertreter des Staates ein. Also begaben wir uns auf eine für uns völlig offene Reise und stellten allerhand Fragen, recherchierten und unterhielten uns mit vielen Branchenvertretern.

Nach einiger dieser Gespräche begannen wir, stutzig zu werden. Nach weiteren Gesprächen sahen wir uns nur kopfschüttelnd an. Und auch wenn zwischendurch der ein oder andere visionäre Kopf uns ins rege Staunen versetzte, wie viel menschlicher sich einige Branchenvertreter ihre Branche wünschen, stand uns irgendwann das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Am Ende ging es sogar soweit, dass wir, das was man uns dort an Kundenorientierung, Verantwortungsbewusstsein und Hilfsbereitschaft anbot, nur noch mit Humor ertragen konnten.

Zu diesem Zeitpunkt ließen wir bereits einen 16jährigen Schüler die Interviews mit den Branchenvertretern übernehmen, in der Hoffnung ehrliche und wahrhaftige Antworten zu erhalten. Kindern sagt man schließlich die Wahrheit. Wir erinnerten uns zudem an eine unsere Gründungsideen, eine MenschBank-Akademie aufzubauen und für eine objektive und werteorientierte Wissensvermittlung in den Bereichen Wirtschaft und Finanzen zu entwickeln und zu fördern. Vielleicht verstand man dort unser Anliegen, sich darauf zu fokussieren, was die Menschen glücklich macht und lächeln lässt, besser.

Und da uns Manager und Geschäftsführer von Banken mitgeteilt haben, dass ihre Banken keinerlei Probleme haben, die Kunden vollends zufrieden und sie selbst glücklich sind, lag es nahe, dass wir dort nicht helfen können, wo die Menschen bereits frei von Fehlern und Makeln sind. Wie konnten wir nur auf die Idee kommen, das an zu zweifeln? – Im Grunde genommen ist das Thema viel zu ernst, um darüber sich zu amüsieren. Aber wie gesagt, manchmal hilft nur noch das. – Also wandten wir uns an die Schüler der 9./10./11. Klasse und begannen Fragen zu stellen und Antworten auf ihren Fragen zu suchen.

Sie können sich gar nicht vorstellen mit welchen Strahlen in den Gesichtern die Kinder uns dankten, dass wir uns für sie und ihre Situation in der Schule interessierten und einfach nur zuhörten. Auf einmal wollten uns die Kids in unserem Wirken unterstützen, sich an Lösungen beteiligen, aufklären, nachforschen, mehr erfahren und hinterfragen. Es schien als brannten ihn schon eine kleine Ewigkeit so viele Fragen auf der Zunge. Wir waren überwältigt von der Energie und dem Spirit. Und dabei haben wir nichts gemacht, außer ihnen zuzuhören und für sie da zu sein.

Wir hatten und haben so viel Spaß und Freude in diesem Zusammenwirken und teilen mit den Schülern einen ähnlichen Enthusiasmus, sodass wir uns auf die Arbeit an den Schulen konzentrierten. Wir sind dabei ein Crowdfunding für eine Interaktive 360 Grad – DokumentarfilmSerie zum Thema Geld und Wissenschaft, Geld und Sport, Geld und Sprache, Geld und Zeit, Geld und Wirtschaft, Geld und Bildung, Geld und Kultur sowie Geld und Religion für die Schüler und Schulen auf die Beine zu Stellen. Wir führen Gesprächen mit Professoren aus Bereichen der Wirtschaft, Ethik und Pädagogik Gesprächen, um ein Aninstitut zu schaffen, Bildungskonzepte für die Schüler und Schulen zu etablieren. Wir befragen Lehrer nach ihren Wünschen, Schüler nach ihren Vorstellungen und investieren Stunden und Stunden an Zeit und Energie, um für unsere Kinder ein Lernumfeld herauszuarbeiten, dass ihnen und den Lehren sowie den Schulen wirklich Spaß macht, an dem alle mitwirken können und auch wollen. Wir möchten das Potential der jungen Menschen für die jungen Menschen und mit ihnen gemeinsam entfalten lassen, auf dem Weg zu einem selbstbestimmten, wertebewussten, freien und gebildeten Menschen.

Und wissen Sie worauf wir gestoßen sind? Wir wollten gemeinsam mit den Schulen und ihren Lehrern Konzepte durch MenschBank erarbeiten lassen, die den Unterricht auch für die Lehrer einfacher gestalten, ihnen Aufwand abnehmen und sie so unterstützen, dass sie sich auf ihre Berufung, Kinder weiterzuentwickeln voll und ganz und mit so wenig Druck wie nur möglich konzentrieren können. Allerdings teilten uns die Schulen lediglich förmlich mit, dass ein zusätzlicher Raum für weitere Lehrplaninhalte nicht zur Verfügung stünde und man aufgrund des ohnehin schon sehr kurzen Schuljahres Probleme hätte, den vorgegebenen Stoff zu vermitteln. Die Schüler seien ohnehin schon völlig überlastet. Den Lehrern gehe es damit auch nicht besser.

Wir haben allergrößten Respekt davor, dass die Lehrer ihre Schüler vor Überbelastungen schützen wollen. Allerdings stellt sich uns doch eine Frage. Rechtfertigt die Methode „nur nichts falsch machen“ die Ablehnung einer effektiveren nachhaltigen Lösung? Entfaltet gerade in einer Schule die Angst vor Entwicklung den Vorbildcharakter, den wir uns für unsere Kinder wünschen?

Doch wissen Sie, was uns wirklich emotional getroffen hat? Wir hatten vieles neben der immer wieder aufkeimen Begeisterung einiger erwartet, Skepsis, Kritik, ja sogar Ablehnung durch die Schulen und Lehrer. Das wäre nicht einmal tragisch gewesen, denn uns war klar, dass die Kids unseren Enthusiasmus teilten, die Schule für sie zu gestalten. Was wir nicht erwartet haben, war die Ohnmacht, die Verzweiflung und die Angst der Schüler, für ihre Meinung, ihre Bedürfnisse und ihre Wünsche einzustehen. Auf einmal wurde aus dem passiven „nur nichts falsch machen“ von Seiten der Schule und ihren Lehrern ein aktives „alles vermeiden, was vom Plan/Gewohnheit abweichen könnte“.

Was war zur Gewohnheit geworden, die man um jeden Preis schützen will?

Die Schüler lernen nach einem Plan, der durch Erwachsene erstellt wurde, auf den sie keinen Einfluss haben, den sie einfach nur hinnehmen, weil am Ende Noten, die durch Erwachsene vergeben werden, über den Fortgang ihres Lebens entscheiden sollen. Ein solcher fixer Plan kann natürlich mit Leben gefüllt werden, wenn man allen Beteiligten, also auch den Schülern, die Möglichkeit einräumt, an einer Entwicklung mitzubestimmen und mitzugestalten, die im Wesentlichen nur sie betreffen soll. Hingegen ist es zum Alltag geworden, Schülern das zu vermitteln, was wir Erwachsene für richtig halten und sie auch danach zu bewerten. Diese Bewertung beschäftigt sich mehr mit Ergebnis, sprich dem wo sich ein junger Mensch gerade befindet und weniger mit seinen Bemühungen und seiner Entwicklung, die ihn dorthin führen, wo er mal sein kann. Wir machen uns schon gar nicht mehr die Mühe, ihnen auch nur wirklich und wahrhaftig zuzuhören. Es ist Gewohnheit, den Lehrplan einfach nur noch durchzuziehen, wie es für die Kinder zur Gewohnheit geworden ist, die Schule so schnell es geht hinter sich zu lassen, um sich mit ihren Freunden und dem zu beschäftigen, was sie wirklich fasziniert, interessiert und begeistert. Lehrer und Schüler versuchen sich aus dem Weg zu gehen, um Konflikte zu vermeiden, die daraus resultieren, dass auch Kinder eine berechtigte andere Meinung haben können. Und sollte ein Konflikt doch einmal hochkochen oder gar eskalieren, wird er einfach heruntergespielt. Zunächst dachten wir aufgrund der Gespräche mit einzelnen Schülern, die Schulen spielen nur vor, dass alles in Ordnung und harmonisch sei, man sich um Konflikte kümmere und viele gut funktionierende Institutionen (Vertrauensschüler, Schülersprecher, Vertrauenslehrer) installiert habe, die alles im Griff halten. Wir haben uns getäuscht, sie glauben tatsächlich daran.

Wenn man die Schüler selbst befragt, was sie denn stört, dann ist es nicht ein fachlich unbefriedigender Unterricht, nicht der Lehrplan, nicht die Schulgebäude oder -ausstattungen, nicht die Hausaufgaben und nicht die unterschiedlichen Lehrertypen. Ganz im Gegenteil sind sie damit oft sehr zufrieden und sogar glücklich. Es geht ihnen nur darum, so ernstgenommen zu werden, wie sie die Erwachsenen ernst nehmen (sollen).

Sie mögen jetzt einwenden, dass diese Darstellung sehr übertrieben und realitätsfern sei. Wir sind damit voll und ganz bei Ihnen bzw. wären es gern. Wir haben uns auch gewünscht, dass ein solcher Fall nicht real sein kann. Das ist aber noch nicht einmal alles. Zum Schutz der Schüler haben wir Ihnen (bisher) nur auf die Spitze des Eisberges einen Einblick gegeben. Wir hoffen inständig, dass dieser Fall ein Einzelfall bleibt und arbeiten fieberhaft an einer Lösung.

Nahezu alle unsere Ressourcen verwenden wir aktuell darauf. Nur ist das unsere eigentliche Aufgabe? Gesunde Menschen mit gesunden Finanzen sind unsere Vision. Werteorientiertes Wissen über Wirtschaft und Finanzen den Schülern zur Verfügung zu stellen und das Potential unserer Kinder gemeinsam mit ihren Vorstellungen und Ideen zu entfalten und zu entwickeln unser Wunsch. Dazu bedarf es aber Schüler, die ihre Meinung sagen dürfen, deren Meinung gehört wird und die für ihre Meinung ernst genommen werden. Wie sollen wir unseren Kindern etwas Neues beibringen können, wenn sie nach all dem berechtigterweise gar keine Lust oder gar Angst haben, sich zu öffnen?

Wenn wir die Grundlage dafür schaffen können, dass Schüler wieder lernen wollen und Spaß daran finden, sich weiter zu entwickeln, sich selbst herauszufordern und andere dabei unterstützen. Wenn wir so erreichen, dass sich die Kinder wieder für Fachliches interessieren, weil ihr Kopf frei und bereit zur Wissensaufnahme ist. Wenn sich dann die Schüler mit erwachsenen Angelegenheit wie Geld, Wirtschaft und Berufung beschäftigen wollen, dann ist das alles natürlich unsere Aufgabe.

Es mag ein weiter Weg dahin sein. Für die Schüler, für die Kinder, für unsere Zukunft sind wir bereit diesen Weg zu gehen. Sind Sie es auch?

PS an die Schüler aller Schulen: Wir bleiben dran, wir lassen euch nicht im Stich…versprochen!

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