Tagung: Leadership und Stiftungen

„Ich spüre die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass sich die Menschen um mich herum wohl fühlen.“

Auch wenn dies der Moderator und Mitinitiator der Tagung – Dr. Robert Benjamin Biskop – erst zum Ende der 2 tägigen Reise durch die Stiftungswelt der Jungen Menschen in Berlin fast schon beiläufig als Erkenntnis aus den Joseph-Romanen von Thomas Mann erwähnte, dürfen wir ihm und dem Team des Kreises ‚Junge Menschen und Stiftungen‘, der Stiftung ‚Elemente der Begeisterung‘ und der Robert-Bosch-Stiftung unseren herzlichen Glückwunsch ausdrücken, dass ihnen genau das in für uns sehr prägender Weise gelungen ist.

Doch beginnen wir einmal ganz von vorn. Auf der Tagung trafen sich über 50 Stifter, Unternehmer, Studenten, Berater, Künstler, Lehrer, Wissenschaftler, Geistliche und alle Art von gemeinnützigen Organisationen. Von der Generation Y bis hin zur Generation der Wei-s/ß-en und Erfahrenen waren allen Altersgruppen vertreten, wobei der Durchschnitt sicherlich bei 30-35 lag. Die Charaktere, die wir dort antreffen konnten, konnten verschiedener kaum sein, wodurch spannende und aus vielen Perspektiven beleuchtete Dialoge entstanden. Jedoch einte sie eines, was bereits nach wenigen Stunden auffiel: Wir alle teilten die Vision uns gemeinsam für das Gemeinwohl einzusetzen.

Wir wissen gar nicht so recht, ob wir eher davon erzählen sollten, was man von dem Leiter einer der bekanntesten Ballettschulen Deutschlands über Führung lernen kann, wie Intuition unternehmerischen Erfolg hervorruft, wie ein Dirigent durch sein Lächeln ein ganzes Orchester anleitet, wie menschenfreundlicher Kapitalismus aussieht, was Leadership alles bedeuten kann, warum die Zukunft einer globalen Freiheit der Möglichkeiten in Lichtenstein beginnt oder was passiert, wenn wir von anderen Menschen über uns selbst lernen.

Es waren so unglaublich viele Eindrücke, dass ich gern 2 Aspekte herausgreifen möchte.

  1. Nach all dem, was wir über Führung bisher gehört, gelesen und erlebt haben, kommen wir zu folgender Definition: Führung ist keine Position, vielmehr eine Fähigkeit. Zur Geltung kommt sie immer dann, wenn ein Mensch das, genau das und nichts anderes als das tut, was er/sie für richtig hält, wenn er/sie zu sich selbst völlig ehrlich und aufrichtig ist, wodurch ihm/ihr anderen Menschen, die seine/ihre Vision teilen, folgen. Oder einfacher: Wer authentisch und fähig ist, braucht nicht zu führen. Die Menschen werden ihn als Vorbild erkennen und seinem Bild folgen. Das Beste daran ist, jeder kann zu jeder Zeit, in jedem Umfeld zum Leader werden, solange er/sie von ganzem Herzen das tut, was er/sie für richtig hält. Welche Möglichkeiten werden sich dann beispielsweise in einem Unternehmen ergeben können? Kluge Demokratie statt stumpfe Hierarchie. Herausragende Fähigkeiten statt Hahnenkämpfe. Mehrwert statt Machterhaltung. Führung mit Sinn statt sinnloser Gehorsam. In dem daraus dynamischen Prozess von Führungsrollen innerhalb von aufeinander eingestellten Teams, wäre Effektivität, Effizienz, vor allem jedoch ein wertschätzender Umgang miteinander in einer Art und Weise möglich, die sich einige Angestellten bisher nicht einmal erträumen.
  1. „Neue Führung bedarf neuer Bildung.“ – hieß es an der einen Stelle. „Vielleicht sollten wir ‚Alten‘ uns mal ein paar Sachen bei euch ‚Jungen‘ abschauen.“ – heißt es an einer anderen. Der Jugendwirtschaftskongress ‚Wirtschaft begeistert‘ im Oktober in Dresden wird beide Aspekte aufgreifen. Wieder einmal waren wir beeindruckt, dass wir mit dem Thema Bildung & Generationen den Puls der Zeit treffen. Stiftungen, so sagte man uns, hätten ein Nachwuchsproblem, was man sehr bedauere. Auf der anderen Seite seien die ‚Jungen‘ zu wild, zu unberechenbar und einfach noch nicht weit genug, um bei den ‚Großen‘ mitspielen zu können. Sie sollen doch erst einmal Geld verdienen und unter Beweis stellen, wozu sie wirtschaftlich in der Lage sind. Das Ergebnis: Vor noch 2009 gab es so gut wie keinen Menschen unter 30 auf dem Deutschen Stiftungstag. Auch Dank des unermüdlichen Einsatzes des Kreises Junge Menschen und Stiftungen hat sich dieser Anteil nun deutlich erhöht. Übrigens lag die Quote nach den Interviews aller Menschen Ü40 im Hinblick auf den Wunsch, gemeinsam mit jungen Menschen in Stiftungen zu arbeiten bei 100% – in Worten – EINHUNDERT PROZENT.

MenschBank steht dafür, Menschen und Institutionen dabei zu unterstützen, dem nachzugehen, was sie am liebsten tun und am besten können. Das ist unser gesellschaftlicher Beitrag als ‚Bank‘. Insofern werden wir aus dem Wochenende in Berlin folgendes mitnehmen:

  • Zum einen werden wir auf dem Jugendwirtschaftskongress über Führung der Zukunft sprechen, welche neuen Modelle es braucht, wie wir Führung in einer menschlichen Art und Weise zum Wohle aller gestalten können und was die ‚Alten‘ von den ‚Jungen‘ lernen können und natürlich auch umgekehrt.

 

 

  • Zum anderen unterstützen wir über 21.000 Stiftungen in Deutschland, einen Traum wahr werden zu lassen: Der Bundesverband Deutscher Stiftungen hatte dabei, wie wir in Gesprächen herausfanden, bereits einen wegweisenden Versuch gestartet, der bisher noch nicht alle Erwartungen traf. Denn ob Sie es glauben oder nicht und obwohl auch hier ein großes Bedürfnis von Seiten der Stiftungen besteht, die wenigsten wissen voneinander – nein nicht im Detail, sondern dass es sie überhaupt gibt. Wieso ist das relevant? Nehmen wir einmal an, ein Mitglied einer Stiftung lernt ein tolles Projekt oder eine geniale Idee kennen, allerdings passt es nicht in das nicht in den eigenen Förderzweck. Wenn die Stiftung hier keine passende Stiftung zu diesem vielleicht sehr speziellen Thema findet, dann kann diese Idee oder das Projekt eventuell niemals zum Gemeinwohl beitragen. Könnte die Stiftung jedoch auf eine digitale/zwischenmenschliche Plattform zurückgreifen, mit der sie dem Ideengeber 20 verschiedene weitere Stiftungen qualifiziert empfehlen kann, weil man sich als Stiftungen über die Zeit in Eventlocations, in Kamingesprächen und gemeinsamen Stiftungsfrühstücken mittlerweile auch persönlicher untereinander kennt, dann wird das Gemeinwohl um ein weiteres Projekt bereichert werden, sowie gleichzeitig jede Stiftung, die zu ihren Werten passenden Projekte und Ideen verwirklichen können. Insoweit laufen jetzt bereits Gespräche mit dem Bundesverband Deutscher Stiftungen und einigen Stiftungen, eine solche Plattform zu schaffen.

Eines darf dabei natürlich nicht fehlen. Wir kommen einfach nicht umhin, nicht aufzufallen. So versah bei der Vorstellungsrunde der Moderator Dr. Robert Benjamin Biskop den Namen ‚MenschBank‘ mit der Anmerkung : „Wer wissen will, wer oder was eine MenschBank eigentlich ist, darf sich gern an Martin Schneider wenden.“, wodurch dann jeder beim Speeddating uns in die Verlegenheit brachte, ununterbrochen reden zu dürfen. Wenn es eine außergewöhnliche ‚Bank‘ schafft, soviel Neugier und Interesse zu den Themen Geld, Werte und Wirtschaft zu erzeugen, dann ist die Zeit reif, das Business für die Menschen meinsam mit den Menschen (neu) zu denken.

Vertrauen, so hieß es auf der Tagung, sei einer der entscheidenden Aspekte einer guten Führung. Vertrauen ist es auch, wodurch wir Menschen wieder zueinander finden, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln, für unsere Zukunft.

 

2 thoughts on “Tagung: Leadership und Stiftungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

68 − = 60