Sustainable Business: Gemeinnützigkeit 2.0

Silke Hohmuth schreibt: 

MenschBank ist ein klassisches ‚Social Startup‘ und wir sind unseren Weg in einem ‚Learning by Doing‘ gegangen. Immer aus dem Herzen heraus, gepaart mit klarem Verstand und einer anpackenden Tatkraft, der kein Brett zu dick ist. Gleichzeitig glauben wir an Wunder – und erleben diese immer dann, wenn offensichtlich die Zeit für eine Veränderung reif ist und die richtigen Menschen im gleichen Sinn zusammenkommen.

Wir haben auf unserem Weg zahlreiche Berater und potenzielle Unterstützer kennengelernt mit einer großen Bandbreite an Kompetenzen und ganz unterschiedlicher Motivation. Spannend war bei den Begegnungen in der Retrospektive immer die unterschiedlich starke individuelle Ausprägung der ICH- oder der WIR-Orientierung.

Und so ist es ganz natürlich, dass manche Begegnungen nur von kurzer Dauer waren, während wir mit anderen seit Jahren vertrauensvoll einen Weg im gleichen Sinn für mehr Gemeinwohl in Wirtschaft & Finanzwesen miteinander gehen. Nicht immer bedeutet das, permanent gemeinsam an den gleichen Dingen zu tun – sondern es ist eher so, als würde jeder an seinem Bereich eines großen, gemeinsamen Puzzles bauen.

Ressourcen teilen

Unseren reichen Erfahrungsschatz aus dem gemeinnützigen Social Startup – Kontext beginnen wir nun zu teilen. Dies sind einerseits wirklich wertvolle Erfahrungen und anderseits sehr besondere, menschliche Kontakte.

Unser Ziel hierbei ist, gemeinsam mit Gleichgesinnen eine Welt des ‚NonProfit – Sustainable Business‘ zu gestalten, das Freiheit für Innovation einerseits und gemeinwohl-orientiertes Commitment andererseits verbindet. Als Orientierung wählen wir die Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs), eignen sie sich als Sinn- / Werte-Tool ganz hervorragend, um Brücken zwischen Profit und NonProfit, speziell auch beim Thema Geld zu bauen.

Gemeinnützige Sustainable Startups benötigen speziell in der Anfangsphase Rückendeckung und unbürokratische Unterstützung. Sie leisten einen überaus wertvollen Beitrag zum Gemeinwohl, der uns als Gesellschaft reicher macht und unser Staatswesen nachhaltig in verschiedensten Bereichen entlastet.

Hierbei wirken wir mit verschiedenen ExpertInnen aus unterschiedlichen relevanten Bereichen (Coaching, Unternehmens- und Rechtsberatung, Marketing, Medien) zusammen, denen wir teils seit vielen Jahren verbunden sind und dabei gemeinsam ‚an einem Strang ziehen‘.

Nicht immer braucht es eine eigene Gründung, sondern vielen jener ZukunftsgestalterInnen ist es einfach wichtig, ihre Idee im Sinne einer enkeltauglichen Wirtschaft und friedfertigen Gesellschaft möglichst unkompliziert umzusetzen. Freiraum und Rückendeckung ist oft auch in bereits bestehenden (Rechts-)Formen möglich und oft in einer Co-Kreation auf Augenhöhe noch effizienter, und vor allem nachhaltiger.

In dem Moment, wo wir Gemeinnützigkeit nicht nur als Imagegewinn oder Geldzugang verstehen, sondern erkennen, welche Innovationskraft geweckt wird, wenn Menschen intrinsisch motiviert ihre Zeit in gesellschaftsverantwortliches Miteinander & Füreinander stecken, wird uns der wirkliche Wert der gemeinnützigen Sustainable Startups bewusst.

Sharing €conomy

Hinsichtlich der Finanzmittel für jenes Sustainable Business erforschen und gestalten wir neue Wege über unseren Schenkvestment-Ansatz. Speziell in der Co-Kreation im gleichen Sinn machen wir bereits jetzt die Erfahrung, welch andere Dynamik Wirtschaften erhält, wenn Geldgeber und Geldempfänger jenseits des Geldflusses eine wirklich partnerschaftliche Beziehung auf Augenhöhe entwickeln und die Projekte in einem guten Miteinander entwickeln.

Sharing erhält hier eine ganz neue Qualität, die selbst uns immer wieder überrascht. Es braucht dafür ein wirklich ehrliches und aufrichtiges Miteinander, eine zu hohem Maß intrinsische Motivation, einen sehr menschlichen, wertschätzenden Umgang mit ‚Fehlern‘ und viel Zeit im Ausprobieren der Dinge, die möglich sind und die, die verändert werden dürfen.

Der Gewinn und Mehrwert, der so sowohl bei Geldgebenden als auch Geldempfangenden entsteht, ist enorm – und lässt die Erfahrung zu, dass Geld tatsächlich nicht mehr der Grund und das Ziel des Wirtschaftens ist, sondern einfach nur ein Schmierstoff im Getriebe, dass Wirtschaft leichter läuft.

In der Sprache unserer MenschBank – Geldmärchen passt am besten das Bild vom ‚Tischlein deck dich‘, um jenes Sharing zu beschreiben:

Der sinnbildliche ‚Knüppel aus dem Sack‚ ist das Reflektieren der eigenen Gedanken und Erfahrungen im Umgang mit Geschäftspartnern. Hierbei kann Geld, muss aber nicht, eine wichtige Rolle spielen. Es braucht zunächst ein inneres Aufräumen und wirkliches Kennenlernen des Gegenübers. Dies braucht Zeit, auch um zu verstehen, wo man sich gegenseitig an Erfahrungen aus der Vergangenheit erinnert und Spiegel füreinander ist.
Dann im zweiten Schritt werden all jene an einen Tischlein-deck-dich geladen, die im gleichen Sinn und ähnlichen Werten tun wollen. Jener Tisch wird dann mit den bei den beteiligten Akteuren vorhandenen Ressourcen reich gefüllt. Diese Ressourcen werden als ‚Sach-Schenkvestment‘ zur Verfügung gestellt und eben nicht gegen Geld aufgerechnet.
Und als letztes kann dann der ‚Goldesel‘ kommen und das Geld scheint dann tatsächlich unendlich zu fließen.

Bei diesem letzten Punkt zeigen sich häufig noch einmal ganz individuelle Gedanken und Gefühle zu Geld: häufig in Unsicherheiten und Sorgen, dass es nicht reichen könnte. Hier, so unsere Beobachtung, kann man theoretisch mit Mindset-Arbeit vieles auflösen, doch ersetzt nichts die Erfahrung eines in dieser Form gelingenden wirtschaftlichen Miteinanders. Dies braucht jedoch Zeit für Austausch, für (innere) Entwicklung und den Aufbau für jenes Vertrauen, das in jenem neugierig-forschendem Umgang mit Geld so wichtig ist.

Das wirklich Besondere bei unserem dreiteiligen Sharing-Ansatzes (1. Mensch – 2. Ressourcen – 3. Geld) ist:

Je häufiger man diese Erfahrung im Miteinander macht, umso mehr kann Geld wieder Mittel des Miteinanders in der Wirtschaft werden und geht es um das eigentlich Wesentliche: der Mensch in einer (wirtschaftlichen) Beziehungsebene zu seiner Umwelt.

Gerade für gemeinnützige Sustainable Businesses jenes neue Geld-Sharing experimentell zu gestalten und wissenschaftlich zu begleiten, macht nicht nur viel Freude, sondern auch sehr viel Sinn. So oder so kann Geld hier im besten Sinne gemeinnützig und dem Gemeinwohl dienend wirken und uns als Gesellschaft und auch individuell reicher machen.

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