Lieber kein Geld, aber frei im Herzen

Anja Herrmann-Fankhänel schreibt

Wir sind in der Lage, Dingen einen finanziellen Wert beizumessen: wie viel kostet ein Apfel, wie viel erhalte ich pro Arbeitsstunde und was möchte ich in einen Urlaub finanziell investieren. Ein Geldwert schafft Vergleichsmöglichkeiten, Orientierung und Bewertung und lässt uns dafür oder dagegen sein, diesen Preis zu zahlen.

Doch was kosten Ideen, was kostet das Vernetzen von Menschen und was kostet die Verbindung von Menschen mit Ideen? – 1.000.0000€, die Anzahl der Arbeitsstunden x ein Beratungssatz oder ist der Preis ein Stück seiner Seele zu zeigen und dies zu ertragen?

Ich und viele andere tragen Dinge in ihrem Herzen, für die sie brennen, die sie motivieren und antreiben, die sie neue Grenzen ihres Tuns entdecken lassen. Manchmal betrifft dies die Menschen, manchmal die Wirtschaft, manchmal die Umwelt und manchmal die Kultur – aber allem voran trifft es mitten ins Schwarze, weil es von Herzen kommt und Wert schafft.

Unbezahlbar, wenn es so ist, nicht wahr!? Denn der Preis im Gegensatz zum Wert ergibt sich erst in dem Moment, in welchem aufgegeben wird.

Das kann sein, dass die Idee, die Motivation oder die Kraft zu Ende geht oder weil entschieden wurde, doch einen Geldpreis dafür zu nennen ohne den Mehrwert ermessen zu können.

Dann ist der Schatz verkauft und wird in den Dienst des Geldgebers gestellt, der dann (mit-)bestimmt; aktiv durch Vorgaben oder unterschwellig durch die Markierung des Geldwertes, den der Ideengeber fühlt – zu wenig oder zu viel, auf jeden Fall falsch.

Daher ist das ein Plädoyer seinen „Stern“ nicht zu verkaufen, bis er endlich aus eigener Kraft leuchtet. Wird er zuvor mit Geld bewertet, ist das Herz, das ihn geboren hat nicht mehr frei.

Utopie? – Manchmal ja, aber egal, einfach Machen und seinen Ideen folgen. Denn wenn wir darauf warten, dass Geld so zum Einsatz kommt, dass es Ideen fördert oder wir es anders als einen Bewertungsstempel wahrnehmen, dann käme eine lange Zeit ohne Veränderung auf uns zu! Aber lasst uns im Blick behalten, dass wir Geld und Wert wieder trennen und Preis und Bewertung entkoppelt werden. <AHF – Aber Hallo, Fräulein>

 Anja Herrmann-Fankhänel ist Forscherin an der TU Chemnitz und Macherin als Unternehmerin einer Beratungsfirma für KMUs. Angetrieben von den Themen Nachhaltigkeit und Sharing Economy haben wir uns kennengelernt und schätzen das Miteinander sehr. Klar und analytisch, kreativ und v.a. kooperativ fühlen, denken und gestalten wir gemeinsam neue Wege im Wirtschaften und speziell auch Finanz-Wirtschaften. Anja ist im Projekt ‚Gemeinwohl-Stipendien Fearless Girls‘ verantwortlich für die wissenschaftliche Begleitung des Gesamtprojektes und die Überlegung, wie die Ideen bzw. Herzensprojekte der Fearless Girls mit wissenschaftlicher Begleitforschung unterlegt werden können. Dies wird in Co-Kreation mit verschiedenen Universitäten erfolgen und von Fall zu Fall gemeinsam mit den Stipendiatinnen entschieden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

− 2 = 8