Lassesunsfürdresdentun – Auf in die 2. Runde

23.02.2017. Da gibt es ein Format in Dresden ‚lassesunsfürdresdentun‘ initiiert von jungen Unternehmern für junge Unternehmer, in welchem Ideen im Sinne der Ökonomie für das Gemeinwohl in Unternehmen gegossen oder solche weiterentwickelt werden, um die Stadt Dresden zu einem noch schöneren Ort zu machen. Ging es am ersten Abend noch darum, sich kennen zu lernen, Ideen und Projekte vorzustellen, sich auszutauschen, Mentoren zu finden und erste Impulse für Weiterentwicklungen zu geben, lag der Fokus bei den 10 ausgewählten Projekten dieses Mal in einem konkretem ‚make me better‘.

Ganz im Sinne von John Strelecky – Bestsellerautor – bedarf es für die Erreichung eines Ziels auch Geld, auch Räume, auch Material, auch ein gutes Konzept, doch vor allem braucht es Menschen, die richtigen Menschen, einen richtigen ‚Wer‘. So fanden sich in einer entspannten Atmosphäre und mit der Hafenmeisterei als coolen Location jeweils 3 der Projektinitiatoren und mind. 2 Ideen- und Impulsgeber – Unterstützer und Helfer an einem Tisch zusammen, um über jedes der 3 Projekte zu sprechen und wertvolle Tipps und Hinweise und Kontakte zu eben wieder den richtigen „Wer’s“ zu geben.

Wer oder was ist eigentlich ein ‚Wer‘? Wir sollten noch an diesem Abend darauf eine Antwort erhalten. Doch zunächst stand eine andere Frage im Raum: „Warum?“. Simon Sinek – Unternehmensvisionär – sagte einmal: „Start with why?“ und ist damit weltberühmt geworden. Viele, wenn nicht sogar alle Projekte und Unternehmen beginnen mit einer persönlichen Geschichte. Da hat also jemand oder eine Gruppe von jemands ein Problem, für das sie eine Lösung suchen. Und da die meisten unserer Probleme menschlicher Natur sind, und uns ja alle das Menschsein eint, stellt eine Lösung für einen selbst immer auch eine Lösung für andere dar. Apple, VW, Siemens, Tesla ect. – sie alle sind so entstanden. Ohne die persönliche Geschichte eines Menschen würden Unternehmen nicht existieren. Weder gäbe es einen Grund, dass sie entstehen, noch würden sie bestehen bleiben, wenn dieser Grund wegfiele. Denn tief in unserem Innerem kaufen wir Produkte und nutzen Dienstleistungen, weil wir uns mit dieser Geschichte und damit mit diesen Menschen identifizieren können und wollen. Wir wählen Unternehmen letztlich danach aus, ob wir mit diesem unsere eigene Geschichte weiterführen können und wollen. Wir lieben es zudem, uns mit unserer Geschichte jemanden anzuvertrauen, genauso wie es uns wichtig ist, mit unserer Geschichte anderen Menschen weiterzuhelfen. Genau darum geht es ja auch ursprünglich in jedem Unternehmen.

Doch warum erzählen wir das überhaupt? Ja die Geschichte von MenschBank, unsere eigene Geschichte, wie wir dazu gekommen sind, etwas so „Mutiges“ und „Unrealistisches“ auf die Beine zu stellen, ist jedes Mal das, was unsere Zuhörer, Zuschauer und Leser am meisten interessiert. Uns geht es hier um noch etwas anders. Unsere Geschichte macht aus uns einen ‚Wer‘. Das bedeutet, wenn man ein Ziel erreichen möchte und es einem gelingt, den Menschen seine Geschichte näher zu bringen, dann werden alsbald ganz viele ‚Wer‘ sichtbar. Warum? Weil diese auf einer zwischenmenschlichen Ebene das ursächliche Problem nicht nur besser verstehen, dadurch den Wert der Lösung nicht nur besser erkennen, sondern auch, wenn die persönlichen Geschichten in Verbindung zueinanderstehen, nur darauf brennen, unterstützen zu dürfen, weil es auch immer um ihre eigene Geschichte geht. Wir helfen anderen gern, um uns selbst zu helfen. Die praktischen buddhistischen Prinzipien von Geshe Michael Roach lassen grüßen.

Wer den Mut fasst, ehrlich und authentisch seine Geschichte zu erzählen, so schwer und emotional sie auch sein mag, der wird die Menschen erreichen, die einem dabei helfen, weiter zu kommen, dahin, wo man möchte. Wenn wir die Menschen dazu einladen, aufrichtig zu ihrer Geschichte, zu ihren Visionen und auch Werten zu stehen, dann werden wir nicht nur unternehmerische Erfolge von StartUps steigern können. Wir Menschen werden vor allem ein glückliches und wertschätzendes Miteinander erleben.

Mut bewirkt Respekt. Aufrichtigkeit verursacht Vertrauen. Hilfe zieht immer auch Erfolg nach sich.

Wer wir sind, das wurde uns an diesem Abend klar, ist unsere Geschichte. Und ‚Wer‘ wir sein können und sein werden, ist die Geschichte, die wir gemeinsam schreiben.

Abgesehen von Ressourcen, wie Geld, abgesehen von Kontakten und Netzwerken hoffen wir sehr, mit dieser Erkenntnis den beiden großartigen Projekten ‚Sasha & Sasha‘, ein Comic, der mit viel Witz und auch ein bisschen frech über das Gender – Thema junge Menschen aufklären möchte, und ‚Stadtluft Dresden‘, ein Stadtmagazin, das gern die Vielfältigkeit von menschlichen Geschichten und damit gute Botschaften senden mag, ein Stückchen starke Geschichte gemeinsam schreiben konnten. Denn auch uns ist es wichtig, dass Vorurteile gerade in Dresden und gerade in der Missachtung des Respekts der Geschlechter gegenüber eine weltoffenem, einem menschenoffenem Miteinander weichen. Auch in unserer Geschichte haben wir emotional sehr aufgeladenen Dinge dazu erlebt, die wir anderen gern ersparen bzw. anderen mit unseren Erfahrungen und unserem Wissen unterstützen möchten.

An dieser Stelle möchten wir noch einmal den Mut der Begründer von „Sasha & Sasha“ herausstellen, die ganz offen über ihre krasse persönliche Geschichte sprechen, um anderen damit weiterzuhelfen. Wir haben den allergrößten Respekt davor.

Manchmal ist es, wie wir auch festgestellt haben, gar nicht so leicht, zu seiner eigenen Geschichte zu stehen, ehrlich zu sich selbst zu sein und zu sehen, warum man tut, was man tut. Viele Menschen wollen erfahren, wer sie wirklich sind, was sie sich für ihr eigenes Leben am meisten wünschen und für welche Werte sie stehen. Dieser Abend hat noch etwas gezeigt: Wer ein ‚Wer‘ für jemanden anderen ist, schreibt seine Geschichte bereits weiter. Vielleicht ist es gar nicht so frustrierend, nicht immer ganz klar zu wissen, wo die Reise hingeht oder was man wirklich will. Vielleicht geht es einfach darum ein ‚Wer‘ für jemanden anderen zu sein und so gemeinsam seine eigene Geschichte zu entdecken.

Genau das hat lassensunsfürdresdentun auch an diesem Abend wieder ermöglicht und so einen kreativen Raum geschaffen, der uns alle gemeinsam weitergebracht hat. Vielen herzlichen Dank dafür.

PS: Im Oktober 2017 beschäftigen wir uns auf unserem Jugendwirtschaftskongress ‚Wirtschaft begeistert‘ mit dem Wunsch der Jugendlichen, zu wissen, was sie nach der Schule so schönes anstellen können. Wir werden über die ‚Wer’s‘ sprechen, die sie dabei unterstützen, ebenso über ihre Ziele, Träume und ihr ‚Warum‘. Nach dem heutigen Abend wurde uns wieder vor Augen geführt, dass beides wichtig ist. Geschichte zu schreiben und die eigene Geschichte zu verstehen. Gerade deshalb können wohl Jung und Alt so gut voneinander lernen. Wir freuen uns sehr auf den Dialog der Generationen.

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