Geld & Liebe

Wir reden bei MenschBank über Geld & Glück, Geld & Bildung, und Geld & Werte. So kam mir die Idee, das wir doch anlässlich des Valentinstages über Geld und Liebe sprechen, ich formuliere gern, dürfen. Silke wusste nicht so Recht, was und wie man damit umgehen sollte und teilte diesen Gedanken, woraufhin wir eine lebendige Diskussion auslösten. So inspirierend diese Gedanken der vielen Menschen schon einen Tag vor Valentinstag waren, so sehr sie mich an diesem Tag selbst begleiteten, wusste auch ich nicht so recht, welche Gedanken MenschBank anregen sollte. Erst jetzt verstehe ich ein bisschen besser, wie es den Menschen geht, die sich mit der Kombination dieser beiden Themen etwas schwertun, Zusammenhänge zu sehen, Gemeinsamkeiten festzustellen oder jedenfalls entspannt dem gegenüber zu treten. Es bewegt die Menschen, sehr sogar.

Genau aus diesem Grund ist es mir so wichtig, darüber zu sprechen. Denn wenn wir schon Mensch-Bank sind, dann darf es auch Liebe-Geld geben. Für mich hatte dieser Tag nie eine echte Bedeutung. Ich sah ihn bisher als kommerzialisiert-konstruierte PseudoGefühlsKonvention der Gesellschaft ohne den Inhalt wahrer Liebe. Dieses Jahr sollte ich die Chance erhalten, meine Meinung zu ändern, diesem Tag wie jedem anderen eine so einzigartige und besondere Bedeutung einzuräumen.

Wenn ich es recht bedenke, bin ich durch diesen Tag durchgerast, das Übliche, den Visionen und Träume der Menschen neues Leben einhauchen, Wege aufzeigen, ein Stück gemeinsam gehen, dazu lernen, Menschen zu provozieren, ihr ganzes Potential zu sehen und sie für das, was sie sind, was sie sein mögen und ihre Freiheit genau das auszuleben, zu lieben – und ganz viel Umarmung. Das war schon etwas in usual business übergegangen. Die Tragweite dessen, was wir bei MenschBank jeden Tag tun wurde mir dann erst am Abend tatsächlich wieder bewusster. Nach einer 1,5h Telko und der Modifikation einer Satzung für einen Jungunternehmer stand ich dann vor der Entscheidung, entweder jetzt noch wie versprochen einen Blogbeitrag zum Thema Geld & Liebe zu verfassen oder…mein Blick wanderte zu meiner Freundin…Zeit mit dem Menschen zu verbringen, der einst, immer noch und wohl auch in Zukunft, Liebe für mich immer wieder neu definiert. Und ja wir haben gemeinsam bei einem wahnsinnig romantisch-komisch-dramatischen Liebesfilm, der wohl jedes Klischee erfüllt, gemeinsam Tränen gelacht und geweint.

In diesem Moment, in dieser Nacht, in der ich nicht richtig schlafen wollte, kam mir dann etwas in den Sinn, was mich sofort schmunzeln ließ. Denn es war der Grund, weswegen ich wohl auch MenschBank mitbegründet habe und weswegen ich so sehr gern mit Silke wirke und immer wieder in Lösungen denke.

Was sind wir Menschen ohne Liebe? Was sind die Tiere, die Berge, die Ozeane, das Gras, die Autos, die Handtaschen, die Smartphones, die Häuser, unsere Jobs und Lebensaufgaben ohne die Liebe, die wir ihnen gegenüber bringen? Welche Bedeutung haben sie dann noch für uns? Die Antwort ist vielleicht nicht die sofort einleuchtendste: Rein objektiv betrachtet sind sie leer, inhaltslos. Erst unsere emotionale Bindung zu den Dingen und Lebewesen wie Menschen gibt ihnen eine Bedeutung.

Und dann ist es ganz einfach: Liebe gibt dem Geld eine Bedeutung. Liebe ist eine der wesentlichen Ursachen, dass Geld fließen kann. Dem mag man noch einfach zustimmen können, wenn man an Spenden für das Gemeinwohl nach Naturkatastrophen oder in bedürftige Länder denkt. Doch für den Konsum trifft das ebenfalls zu, wenn auch etwas indirekter. Wenn ich etwas einem besonderen Menschen schenke und in ihm/ihr damit etwas auslöse, das sie/ihn Liebe verspüren lässt, ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass dieses ‚etwas‘ im Zusammenhang mit Geld entstanden ist. Ja das gilt ebenfalls für das eigenhändig aus von der Freundin geschenkt bekommene Kunstpapier gebastelten Herz, wenn das Papier aus eingekauften Rohmaterialien und durch vergütete Arbeitskraft entstanden ist.

Auch wenn wir das vielleicht nicht immer wahr haben wollen, Liebe ist überall und Geld irgendwie auch, wenn wir es wollen. Und wenn ich es mir recht bedenke, ist das eine großartige Chance, Geld diese Perspektive zu geben. Danach kann man zum Beispiel Reichtum mal etwas anders definieren: Reich ist, wer so viel Liebe besitzt, dass er all dem ihm zur Verfügung stehenden Geld damit eine Bedeutung geben kann.

Wenn wir es schaffen, unserem Geld mit Liebe eine Bedeutung zu geben, Liebe wenn auch indirekt mit Geld zu transportieren. Was ist dann alles möglich? Wofür setzen wir es dann ein?

Und dann durfte ich gedanklich noch einmal etwas zurückspulen und an die zwei Gespräche mit zwei wundervollen jungen Menschen denken. Wobei ich gleich voranschicken möchte, dass sich die folgenden Wünsche keineswegs auf junge Menschen beschränken:

„Ich mag einen Job machen, den ich liebe, den ich mit meiner ganzen Leidenschaft ausfüllen kann.“

„Mir ist es wichtig, dass ich die Freiheit habe, mich selbst zu entfalten und dann mit all dem, was ich habe und kann meinen Beitrag leiste.“

„Ich möchte mir keine Sorgen darüber mehr machen, wie ich selbst überleben kann, sondern mich damit beschäftigen, wie ich anderen Menschen weiterhelfe, wie ich sie glücklich machen kann.“

Was passiert, wenn wir mit Geld den Menschen die Chance geben, etwas für die Wirtschaft / Gemeinschaft zu tun, was sie so lieben können, dass sie über sich selbst hinauswachsen und damit sich selbst und andere glücklich machen?

Vielleicht liegt Glück / Liebe & Geld weitaus weniger weit voneinander entfernt, als wir meinen. Vielleicht liegt das auch daran, dass wir Geld eine eigene Bedeutung gegeben haben, die es doch eigentlich gar nicht hat und die wir ihm gar nicht geben wollen.
 
Lasst uns dem Geld wieder die Bedeutung zukommen, die wir uns wünschen. Geld als solches verursacht sicherlich keine Liebe und kein Reichtum, sicher kann man Geld auch nicht als solches lieben – und ja die wertvollsten Dinge im Leben kosten womöglich kein Geld. Wenn wir es jedoch in der Hand haben, welche Bedeutung Geld erhält, kann uns Geld dabei unterstützen, Liebe in alle Welt zu senden und Gutes zu tun.

Es liegt ans uns.

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