Sustainable Finance wird derzeit vor allem von oben her gedacht: aus Perspektive großer Finanzmarktakteure und der EU-Kommission. Was ist die Perspektive der kleinen und mittleren Unternehmen, der EinzelunternehmerInnen und Startups auf dieses politisch und vom Markt getriebene Aktionsfeld? Welche Chancen eröffnen sich? Diesen Fragen gehen wir auf der Veranstaltung gemeinsam nach.
Gleichzeitig sprechen wir über Werte & Sinn, über MenschSein und Menschlichkeit im Transformationsprozess hin zu einer nachhaltigeren Wirtschaft. Dabei hören wir in besonderen Maße jenen zu, die häufig auf Wirtschafts- und Finanzkongressen in der Minderheit sind oder oft auch komplett fehlen: den klugen Ökonominnen und den innovativen Jugendlichen mit ihren so erfrischenden Ideen für eine bessere Welt.
Programm:
13.00 Uhr | Begrüßung, Grußworte & Musik
Silke Hohmuth, MenschBank e.V.
Grußwort: Marlehn Thieme, Vorsitzende des Aufsichtsrates der Bank für Kirche und Diakonie
Musik: Samuel Rösch, Sänger & Songwriter, The Voice of Germany Gewinner 2018
Marco Wanderwitz, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie im Gespräch mit Yvonne Zwick, Vorsitzende B.A.U.M. e.V.
Grußwort: Dr. Jörg Kukies, Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen
13.30 Uhr | Standortbestimmung Sustainable Finance: Was ist Sustainable Finance – und was sollte es eigentlich sein?
Gesprächsrunde: Wiebke Merbeth (BayernInvest KAGmbH), Dr. Katrin Leonhardt (Sächsische Aufbaubank -Förderbank-), Frank Pierschel (BaFin), Yvonne Zwick (B.A.U.M. e.V.)
14.30 Uhr | Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie in NRW
14.45 Uhr | Impuls: Unsere Zukunft finanzieren
Prof. Dr. Dr. Stefan Brunnhuber, Vollmitglied Club of Rome, Wirtschaftssoziologe & Psychiater, Experte für alternative Financial Engineering zur Finanzierung der SDGs
15.00 Uhr | Geldbildung, Werte und Sinn als Basis für die Gestaltung nachhaltiger Finanzen
Gesprächsrunde: Prof. Dr. Dr. Stefan Brunnhuber (Mitglied ‚Club of Rome‘, Wirtschaftssoziologe und Psychiater), Uli Mayer-Johanssen (Designing Future, Mitglied Deutsche Gesellschaft ‚Club of Rome‘), Beate Hofmann (Autorin, Diakonin, Kursleiterin TEAM BENEDIKT), Silke Hohmuth (MenschBank e.V.)
16.15 Uhr | Kristina Jeromin, GFin Green and Sustainable Finance Cluster Germany
16.25 Uhr | Prof. Gustav A. Horn, Vorsitzender des wirtschaftspolitischen Beirates des SPD-Parteivorstandes
Musik: Sarah Lesch, Sängerin & Songwriterin
16.45 – 18.45 Uhr | Roundtables
(1) Klein- und mittelständige Unternehmen (‚same mission‚ mit GLS Geldgipfel)
Manufakturen gelten als Musterbeispiele für nachhaltiges Wirtschaften. Ihre Produktionsweise zeichnet sich häufig durch die Langlebigkeit ihrer Produkte, einen oft regionalen Produktionsradius, ein hohes soziales Miteinander in der Belegschaft sowie den achtsamen Umgang mit Ressourcen aus. Manufakturen haben gerade in Sachsen eine lange Tradition und wurden mit dem Meißner Porzellan ‚aus der Wiege gehoben’. Gerade auch junge Manufakturen zeigen das Potenzial, im Einklang von Wertschöpfung und Wertschätzung enkeltauglich zu wirtschaften. Was wären für genau diese Unternehmen die optimalen ‚nachhaltigen Finanzen’? Darüber werden wir sprechen.
Yvonne Zwick (B.A.U.M. e.V.), Josef Zotter (Zotter Schokoladen), Stephanie Oppitz (Windelmanufaktur), Gunnar Bertram (Volksbank Chemnitz / IHK Chemnitz), Frank Pierschel (BaFin), Anja Müller (Handelsblatt) – Moderation: Tina Teucher, Chat-Moderation: Michael Barsakidis
(2) Nachhaltige Startups
Unternehmensgründungen sind hervorragend, um Veränderungen zu gestalten und Innovationen umzusetzen. Vor allem, wenn sich die GründerInnen hierbei dem Gemeinwohl verschreiben und so Innovationen im Sinne der Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) zum Leben erweckt werden, ist dies gesellschaftlich höchst wünschens- und unterstützenswert. Welche finanziellen Rahmenbedingungen brauchen speziell nachhaltige GründerInnen, wie lassen sich klassische Finanzierungsinstrumente, Sharing Economy und Förderpolitik für deren Bedürfnisse optimal gestalten?
Norbert Kunz (Social Impact Labs), Dr. Eric Weber (Spinlab – The HHL Accelerator), Dr. Katrin Leonhardt (Sächsische Aufbaubank -Förderbank-), Andreas Wagner (HypoVereinsbank), Marlene Bernau (Betriebswirtin, Grundeinkommengewinnerin) – Moderation: Fritz Lietsch (forum Nachhaltig Wirtschaften)
(3) Female Entrepreneurs & Investors (‚same mission‚ mit GLS Geldgipfel)
Frauen realisieren statistisch gesehen die gemeinwohl-orientierteren Unternehmensgründungen und sind doch im Zugang zu Finanzen als Gründerinnen und Unternehmerinnen massiv benachteiligt. Gleichzeitig erzielen Frauen oft bessere Anlageergebnisse, v.a. weil sie bedachter und risikobewusster investieren. Ein Thema, über das wir im Rahmen der Sustainable Finance Debatte dringend sprechen und Lösungsansätze für diese Problemstellung diskutieren wollen.
Cornelia Jahnel (VDU Sachsen/Sachsen-Anhalt), Naomi Ryland & Lisa Jaspers (‚Starting a Revolution), Dr. Eva Vollmer (Weingut Eva Vollmer), Tino Kressner (Startnext), Kristina Jeromin (Green & Sustainable Finance Cluster Germany) – Moderation: Susanne Bergius, Chat-Moderation: Yvonne Horn
(4) youngSTARS – Jugend, Wirtschaft & Finanzen
Jugendliche wollen die Welt verändern, haben gute Ideen und wollen ‚einfach machen‘. Wie lassen sich die Vermittlung von Alltagskompetenzen (Geld, Projektmanagement, Teamfähigkeit) mit persönlicher Potenzialentfaltung (Talent- & Stärkenentwicklung, Träume leben) und den nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen (SDGs) kombinieren? Darüber wollen wir generationsverbindend sprechen – und eine wirklich coole Idee zum Mitmachen vorstellen.
Oliver Sachsze (Landesschülerrat Sachsen), Josephine Hebling (UN Jugenddelegierte 2019), Alexander Böhle (Stärken.net), Annett Grundmann (ehem. Vorsitzende der Gymnasien im Bundeselternrat), Anne Heimann (Lehrerin), Stephan Klein (SAP SE), Thomas Wolf (DieSachsen.de) – Moderation: Elita Wiegand (Werte und Wandel / Die ZukunftsMacher), Chat-Moderation: Philipp Hartewig
(5) Bridges for Europe in english
In the heart of Europe local heroes from Lusatia embark on a journey with young europeans to design holistic models for sustainable finance.
Nikolas Karanikolas (UN-Jugenddelegierter 2019), Martin Schneider (MenschBank e.V.), Else Christensen-Redzepovic (Voices of Culture), Franziska Schubert (Mitglied des Sächsischen Landtages), Torsten Plötzsch (OB Weißwasser), Jan Köpper (GLS Gemeinschaftsbank eG) – Moderation/Workshop-Leitung: Ralph Thurm (r3-0.org), Chat-Moderation: Bill Baue (r3-0.org) – Patenschaft: TriodosBank N.V.
19.00 Uhr | Silke Hohmuth & Yvonne Zwick (Zusammenfassung & Ausblick)
Ende des Kongresstages: 19:30 Uhr
Kulturprogramm
Exklusiv für unser Leipziger Finanzforum: virtuelles Screening der preisgekrönten Dokumentation im Spielfilmformat ‚wein weiblich | Der Film‘ über pantaray.tv/weinweiblich im Zeitraum vom 30.4., 18.45 – 2.5., 23.59 Uhr. Kosten für die Filmleihe: 9 Euro – direkt auf Pantaray buch- und zahlbar.
wein weiblich | Der Film – „weinweiblich“ erzählt die Geschichte eines Generationenwechsels zwischen großen handwerklichen Traditionen und dem Mut junger Frauen, die Weinbranche nachhaltig zu verändern.
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Unser Kick-Off Event des Finanzforums findet als hybrides Format statt: Die ExpertInnen der Panels treffen sich in der Alten Börse in Leipzig, die Roundtables finden virtuell statt. Die ZuschauerInnen sind jeweils im Livestream dabei und können online mitdiskutieren.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Ein Zitat, das vielen von uns geläufig ist. Für mich hat es eine besondere Bedeutung und ist direkt mit der Grenzöffnung 1989 und der Wiedervereinigung 1990 gekoppelt. Jene Worte nämlich hörten meine Eltern von einem Zugbegleiter auf ihrer ersten Fahrt ‚in den Westen‘, verbunden mit der Aufforderung, sich alles genau anzuschauen, doch jenen Satz immer im Gedächtnis zu behalten. Mein Vater erzählte mir diese Geschichte weiter und seither wirkt sie in mir nach…
So leicht lassen wir uns blenden von vermeintlichem Reichtum – und verlieren dann nur allzu häufig den Blick für das wirklich Wertvolle und Wesentliche in unserem Leben. Mit unserem Wirken bei MenschBank möchten wir dem etwas entgegensetzen.
Dass der Produktlaunch unseres ‚FLÜSSIGES GOLD‘ auf den 3.10.2020 fiel, dem 30jährigen Jubiläum der Deutschen Einheit, war natürlich kein Zufall, sondern ist bewusst gewählt, als sichtbar wurde, dass wir die Produktentwicklung bis dahin abschließen werden.
Und so ist es unser Geschenk zum 30. Geburtstag der Deutschen Einheit.
Es ist ein Geschenk mit Potenzial; denn ähnlich, wie Johann Friedrich Böttger versucht hat, Gold zu machen und daraus mit dem ‚Weißen Gold‘ das erste europäische Porzellan entstand, forschen wir gemeinsam mit der TU Chemnitz nach innovativen Finanzlösungen speziell für nachhaltige KMU und Start-Ups.
Aus dem ‚Weißen Gold‘ Sachsens hat sich mit dem Manufakturwesen ein ganzer Wirtschaftszweig entfaltet – wer weiß, was sich mit unserem ‚Flüssigen Gold‘ noch alles entfalten wird….
Unser ‚Flüssiges Gold‘ ist ein sortenreines Bio-Olivenöl und das erste Produkt, mit dem wir unseren ‚Goldshop‘ starten. Inspiration gab uns hier ein Zitat von Warren Buffet:
Gold wird irgendwo auf der Welt aus der Erde gegraben. Dann schmelzen wir es zu Barren, bauen einen unterirdischen Tresor und graben es wieder ein. Es hat keinen Nutzen. Wenn uns Außerirdische dabei beobachteten, käme es ihnen reichlich seltsam vor.
Warren Buffet
Unsere GoldShop-Produkte sollen einen Nutzen haben – für Mensch, Wirtschaft und Erde gleichermaßen, und gleichzeitig zu einem nachhaltigeren Handeln inspirieren.
Der Nutzen unseres ersten Produktes, des spanischen Bio-Olivenöl aus der Arbequina-Olive ist vielfältig:
Außerdem macht es uns selbst einfach nur eine Riesenfreude, ganz konkret in der Realwirtschaft mitzutun. Ich bin in der Landwirtschaft groß geworden – und letztendlich ist Landwirtschaft die Basis aller Wirtschaftssysteme. Im Ergründen und Verstehen jener Zusammenhänge, werden wir einerseits Bildungsinhalte zu Geld, Werten & Wirtschaft in Europa entwickeln und andererseits Stellschrauben für ein nachhaltiges Miteinander von Finanz- und Realwirtschaft finden und justieren können.
Mit ‚Flüssiges Gold‘ starten wir unseren Wirtschaftsbetrieb im Verein – und bewegen uns damit mehr und mehr in Richtung Unternehmertum. Dies ist eine folgerichtige Entwicklung für ein Social Startups. Dass es mit einem konkreten Gold-Produkt ist, passt perfekt zu uns.
Fokus ist natürlich nach wie vor unser ideeller Bereich – v.a. die Bildungs- und Forschungsarbeit zu Geld/Finanzen. Deshalb wünschen wir uns auch ein natürliches, nachhaltiges Wachstum für unsere Verkaufsprodukte – mit der Offenheit einer Ausgründung, z.B. in Form einer Genossenschaft, sollte der Wirtschaftsbetrieb für den Verein zu groß werden. Wir gehen – wie immer – einfach Schritt für Schritt.
Unser ‚Flüssiges Gold‚ bieten wir zunächst in einer Abfüllung zu 500 ml für 12 Euro (brutto) und 250 ml für 8 Euro (brutto) in klaren Glasflaschen an, sowie in einer 50 ml Probeflasche.

Wir haben auf unserem Weg zahlreiche Berater und potenzielle Unterstützer kennengelernt mit einer großen Bandbreite an Kompetenzen und ganz unterschiedlicher Motivation. Spannend war bei den Begegnungen in der Retrospektive immer die unterschiedlich starke individuelle Ausprägung der ICH- oder der WIR-Orientierung.
Und so ist es ganz natürlich, dass manche Begegnungen nur von kurzer Dauer waren, während wir mit anderen seit Jahren vertrauensvoll einen Weg im gleichen Sinn für mehr Gemeinwohl in Wirtschaft & Finanzwesen miteinander gehen. Nicht immer bedeutet das, permanent gemeinsam an den gleichen Dingen zu tun – sondern es ist eher so, als würde jeder an seinem Bereich eines großen, gemeinsamen Puzzles bauen und hin und wieder gibt es Überschneidungen, die in ein konkretes Miteinander münden.
Unseren reichen Erfahrungsschatz aus dem gemeinnützigen Social Startup – Kontext beginnen wir nun zu teilen. Dies sind einerseits wirklich wertvolle Erfahrungen und anderseits sehr besondere, menschliche Kontakte.
Unser Ziel hierbei ist, gemeinsam mit Gleichgesinnen eine Welt des ‚NonProfit – Sustainable Business‘ zu gestalten, das Freiheit für Innovation einerseits und gemeinwohl-orientiertes Commitment andererseits verbindet. Als Orientierung wählen wir die Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs), eignen sie sich als Sinn- / Werte-Tool ganz hervorragend, um Brücken zwischen Profit und NonProfit, speziell auch beim Thema Geld zu bauen.
Gemeinnützige Sustainable Startups benötigen speziell in der Anfangsphase Rückendeckung und unbürokratische Unterstützung. Sie leisten einen überaus wertvollen Beitrag zum Gemeinwohl, der uns als Gesellschaft reicher macht und unser Staatswesen nachhaltig in verschiedensten Bereichen entlastet.
Hierbei wirken wir mit verschiedenen ExpertInnen aus unterschiedlichen relevanten Bereichen (Coaching, Unternehmens- und Rechtsberatung, Marketing, Medien) zusammen, denen wir teils seit vielen Jahren verbunden sind und dabei gemeinsam ‚an einem Strang ziehen‘.
Nicht immer braucht es eine eigene Gründung, sondern vielen jener ZukunftsgestalterInnen ist es einfach wichtig, ihre Idee im Sinne einer enkeltauglichen Wirtschaft und friedfertigen Gesellschaft möglichst unkompliziert umzusetzen. Freiraum und Rückendeckung ist oft auch in bereits bestehenden (Rechts-)Formen möglich und oft in einer Co-Kreation auf Augenhöhe noch effizienter, und vor allem nachhaltiger.
In dem Moment, wo wir Gemeinnützigkeit nicht nur als Imagegewinn oder Geldzugang verstehen, sondern erkennen, welche Innovationskraft geweckt wird, wenn Menschen intrinsisch motiviert ihre Zeit in gesellschaftsverantwortliches Miteinander & Füreinander stecken, wird uns der wirkliche Wert der gemeinnützigen Sustainable Startups bewusst.
Hinsichtlich der Finanzmittel für jenes Sustainable Business erforschen und gestalten wir neue Wege über unseren Schenkvestment-Ansatz. Speziell in der Co-Kreation im gleichen Sinn machen wir bereits jetzt die Erfahrung, welch andere Dynamik Wirtschaften erhält, wenn Geldgeber und Geldempfänger jenseits des Geldflusses eine wirklich partnerschaftliche Beziehung auf Augenhöhe entwickeln und die Projekte in einem guten Miteinander entwickeln.
Sharing erhält hier eine ganz neue Qualität, die selbst uns immer wieder überrascht. Es braucht dafür ein wirklich ehrliches und aufrichtiges Miteinander, eine zu hohem Maß intrinsische Motivation, einen sehr menschlichen, wertschätzenden Umgang mit ‚Fehlern‘ und viel Zeit im Ausprobieren der Dinge, die möglich sind und die, die verändert werden dürfen.
Der Gewinn und Mehrwert, der so sowohl bei Geldgebenden als auch Geldempfangenden entsteht, ist enorm – und lässt die Erfahrung zu, dass Geld tatsächlich nicht mehr der Grund und das Ziel des Wirtschaftens ist, sondern einfach nur ein Schmierstoff im Getriebe, so dass Wirtschaft leichter läuft.

In der Sprache unserer MenschBank – Geldmärchen passt am besten das Bild vom ‚Tischlein deck dich‘, um jenes Sharing zu beschreiben:
Der sinnbildliche ‚Knüppel aus dem Sack‚ ist das Reflektieren der eigenen Gedanken und Erfahrungen im Umgang mit Geschäftspartnern. Hierbei kann Geld, muss aber nicht, eine wichtige Rolle spielen. Es braucht zunächst ein inneres Aufräumen und wirkliches Kennenlernen des Gegenübers. Dies braucht Zeit, auch um zu verstehen, wo man sich gegenseitig an Erfahrungen aus der Vergangenheit erinnert und Spiegel füreinander ist.
Dann im zweiten Schritt werden all jene an einen Tischlein-deck-dich geladen, die im gleichen Sinn und ähnlichen Werten tun wollen. Jener Tisch wird dann mit den bei den beteiligten Akteuren vorhandenen Ressourcen reich gefüllt. Diese Ressourcen werden als ‚Sach-Schenkvestment‘ zur Verfügung gestellt und eben nicht gegen Geld aufgerechnet.
Und als letztes kommt der ‚Goldesel‘ an die Reihe und das Geld scheint dann tatsächlich reichlich zu fließen.
Bei diesem letzten Punkt zeigen sich oft noch einmal ganz individuelle Gedanken und Gefühle zu Geld: häufig in Unsicherheiten und Sorgen, dass es nicht reichen könnte. Hier, so unsere Beobachtung, kann man theoretisch mit Mindset-Arbeit vieles auflösen, doch ersetzt nichts die Erfahrung eines in dieser Form gelingenden wirtschaftlichen Miteinanders. Dies braucht Zeit für Austausch, für (innere) Entwicklung und den Aufbau des Vertrauens, das in jenem neugierig-forschendem Umgang mit Geld so wichtig ist.
Das wirklich Besondere bei unserem dreiteiligen Sharing-Ansatzes (1. Mensch – 2. Ressourcen – 3. Geld) ist:
Je häufiger man diese Erfahrung im Miteinander macht, umso mehr kann Geld wieder Mittel des Miteinanders in der Wirtschaft werden und stärkt es das eigentlich Wesentliche: den Menschen in seiner (wirtschaftlichen) Beziehungsebene zu seiner Umwelt.
Gerade für gemeinnützige Sustainable Businesses jenes neue Geld-Sharing experimentell zu gestalten und wissenschaftlich zu begleiten, macht nicht nur viel Freude, sondern auch sehr viel Sinn. So oder so kann Geld hier im besten Sinne gemeinnützig und dem Gemeinwohl dienend wirken und uns als Gesellschaft und auch individuell reicher machen.
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Nachhaltigkeit – Katalysator zur gesellschaftlichen Entwicklung
„Nachhaltigkeit verbindet – die Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) als Schlüssel zur Demokratie des 21. Jahrhunderts“ – zu diesem großen Thema diskutierte am 16. Oktober 2019 ein illuster besetztes Podium im Rahmen der Frankfurter Buchmesse auf Einladung des Dresdner Vereins MenschBank.
‚Mir ist es ein Anliegen, mit Menschen unterschiedlichen Alters aus allen gesellschaftlichen Bereichen und Ost und West gleichermaßen diesen Dialog zu führen.’ sagt die Initiatorin dieses Panels und MenschBank-Gründerin Silke Hohmuth.
Die Podiumsgäste im Überblick:
Wie sollte die Demokratie des 21. Jahrhunderts sich gestalten und welche Rolle spielen die Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) dabei?
„Die Politik ist Visions-, Geld- und Gesetzgeber, ist dafür zuständig, einen ordnenden Rahmen zu geben, um unsere Zukunftsfähigkeit zu garantieren. Dazu ist es wichtig, dass unsere Parlamente unsere Gesellschaft spiegeln und alle Schichten und Berufsgruppen vertreten sind“, befand Felicia Kollinger-Walter und ergänzte: „Außerdem könnte eine Art Bürgerbudget die Menschen motivieren, sich für die Umsetzung der SDGs einzusetzen. Dabei sollte sich auch eine Fehlerkultur etablieren. Projekte dürfen scheitern, wir dürfen lernen und dabei die besten Lösungen finden.“
Oliver Sachsze, der in seiner Funktion als Landesschülerrat 350.000 sächsische Schüler*innen repräsentiert, ist es darüber hinaus wichtig, dass Schulen sich transformieren und mehr Mittel für Bildung bereit gestellt werden: „Wir brauchen keine One-Man-Shows mehr, sondern einen praxisorientierten Unterricht auf Augenhöhe. Unterrichtsstoff sollte nicht nur prüfungs- sondern auch lebensrelevant sein. Wir brauchen Unterrichtsfächer wie Selbständigkeit.“
„Unser System erzeugt einen gefühlten Mangel, der nicht vorhanden ist“
Daniel Sieben, Mitarbeiter der TriodosBank Frankfurt, als Vertreter der Wirtschaft im Podium, pflichtete Oliver Sachsze bei und befand, dass auch in der Unternehmenswelt zu wenig auf Augenhöhe geschehe: „Wir lernen uns in hierarchischen Systemen zu bewegen, in denen Leistung zählt. So werden Konkurrenz und Ängste geschürt. Das produziert einen Mangel, der aus der Konditionierung unseres Seins, d.h. aus Angst vor Verlust, hervorgeht. Wir haben ja nicht zu wenig Geld. Die Verteilungsfrage steht und fällt mit unserer Bereitschaft dazu.“ Dazu müssten wir unsere Ängste überwinden und Verbindungen eingehen, die unsere Gefühle als ganze Lebewesen einschließen und anerkennen.
Eine Brücke dorthin könnte die Kunst bauen, spann Jeannette Hagen, Autorin und Gründerin der Kunst für Demokratie uG, den gedanklichen Faden weiter und zitierte dazu Karl Marx: „Kunst ist nicht ein Spiegel, den man der Wirklichkeit vorhält, sondern der Hammer, mit der man sie gestaltet.“ Auch Künstler müssten bei jedem ihrer Werke die Angst vor der leeren Leinwand oder dem leeren Blatt Papier überwinden. Zugleich könnten diese freien Räume ermöglichen, wieder ins Fühlen zu kommen.
„Kunst ist der Hammer, mit der man Wirklichkeit gestaltet“
Dies sei auch unbedingt notwendig pflichtete Prof. Dr. Maren Arnold, Nachhaltigkeitsprofessorin an der Technischen Universität Chemnitz, bei, denn: „Die Dringlichkeit ist gegeben. Klimasimulationen zeigen, dass der Klimawandel mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit eintritt, wenn wir jetzt nicht handeln. Diese Angst ist real und nicht konstruiert. Die Kunst ist ein gutes Mittel, um diesem Unbehagen Ausdruck zu verleihen, Bewusstsein zu schaffen und gleichzeitig mögliche Zukünfte zu zeichnen.“ Allerdings seien die öffentlichen Gelder für Kunst dezimiert, hier müsse die Wirtschaft Mittel bereitstellen, forderte Arnold.
Hieran knüpfte Daniel Sieben an: „Durch kreative Prozesse aber auch neue, integrale Methoden können wir uns als ganzen Menschen erfahren. So können wir unser Potenzial entfalten und Lösungen entwickeln, zu denen wir mit einer Begrenzung auf die logisch-rationalen Anteile unseres Seins, das als Lebewesen vor allem aus Beziehungen besteht, keinen Zugang haben.“ Hierzu führte Daniel Sieben an, dass sein Unternehmen gerade einen Prozess durchlaufe, der an die Theory U von Otto Scharmer angelehnt sei.
Fazit aller am Podium Beteiligten: Die 17 Globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) dienen als äußere Richtschnur für die Zukunftsfähigkeit. Sie zu erreichen könne gelingen, wenn wir neue, ganzheitliche, interaktive und kreative Prozesse entwickeln, in die alle Bevölkerungsgruppen involviert seien.
‚Ich bin sehr dankbar für dieses so bereichernde Podium’ sagt die Initiatorin Silke Hohmuth im Anschluss. „Dank der feinfühligen Moderation von Dunja Burghardt, die Expertin darin ist, das Verbindende sowohl bei den Generationen als auch bei unterschiedlichen Themenbereichen herauszuarbeiten, haben wir alle – auf der Bühne und auch das Publikum – viele neue Impulse mitnehmen und erkennen können, dass die Globalen Nachhaltigkeitsziele das Potenzial haben, Brücken in der Gesellschaft zu bauen.“
Eine Vertiefung des Dialoges ist von allen Podiumsteilnehmern gewünscht und wird in Chemnitz, wo der Begriff der Nachhaltigkeit mit Hans Carl von Carlowitz erstmals Erwähnung fand, Fortsetzung finden.
]]>Wir sind in der Lage, Dingen einen finanziellen Wert beizumessen: wie viel kostet ein Apfel, wie viel erhalte ich pro Arbeitsstunde und was möchte ich in einen Urlaub finanziell investieren. Ein Geldwert schafft Vergleichsmöglichkeiten, Orientierung und Bewertung und lässt uns dafür oder dagegen sein, diesen Preis zu zahlen.
Doch was kosten Ideen, was kostet das Vernetzen von Menschen und was kostet die Verbindung von Menschen mit Ideen? – 1.000.0000€, die Anzahl der Arbeitsstunden x ein Beratungssatz oder ist der Preis ein Stück seiner Seele zu zeigen und dies zu ertragen?
Ich und viele andere tragen Dinge in ihrem Herzen, für die sie brennen, die sie motivieren und antreiben, die sie neue Grenzen ihres Tuns entdecken lassen. Manchmal betrifft dies die Menschen, manchmal die Wirtschaft, manchmal die Umwelt und manchmal die Kultur – aber allem voran trifft es mitten ins Schwarze, weil es von Herzen kommt und Wert schafft.
Unbezahlbar, wenn es so ist, nicht wahr!? Denn der Preis im Gegensatz zum Wert ergibt sich erst in dem Moment, in welchem aufgegeben wird.
Das kann sein, dass die Idee, die Motivation oder die Kraft zu Ende geht oder weil entschieden wurde, doch einen Geldpreis dafür zu nennen ohne den Mehrwert ermessen zu können.
Dann ist der Schatz verkauft und wird in den Dienst des Geldgebers gestellt, der dann (mit-)bestimmt; aktiv durch Vorgaben oder unterschwellig durch die Markierung des Geldwertes, den der Ideengeber fühlt – zu wenig oder zu viel, auf jeden Fall falsch.
Daher ist das ein Plädoyer, seinen „Stern“ nicht zu verkaufen, bis er endlich aus eigener Kraft leuchtet. Wird er zuvor mit Geld bewertet, ist das Herz, das ihn geboren hat, nicht mehr frei.
Utopie? – Manchmal ja, aber egal, einfach Machen und seinen Ideen folgen. Denn wenn wir darauf warten, dass Geld so zum Einsatz kommt, dass es Ideen fördert oder wir es anders als einen Bewertungsstempel wahrnehmen, dann käme eine lange Zeit ohne Veränderung auf uns zu! Aber lasst uns im Blick behalten, dass wir Geld und Wert wieder trennen und Preis und Bewertung entkoppelt werden.
Anja Herrmann-Fankhänel ist ‚Forscherin‘ an der TU Chemnitz, Lehrstuhl Innovationsforschung und Technologiemanagement und ‚Macherin‘ als Unternehmerin einer Beratungsfirma für KMUs. Angetrieben von den Themen Nachhaltigkeit und Sharing Economy haben wir uns kennengelernt und schätzen das Miteinander sehr. Klar und analytisch, kreativ und v.a. kooperativ fühlen, denken und gestalten wir gemeinsam neue Wege im Wirtschaften und speziell auch Finanz-Wirtschaften.
]]>Unser Fokus sind die Menschen in der Bank: sie wollen wir unterstützen und begleiten, ein zukunftsfähiges Banking zu gestalten. Dabei sind ökologische Nachhaltigkeit, Menschenwürde und soziale Gerechtigkeit nach unserem Verständnis die Grundlage einer (Real)Wirtschaft, die durch die Banken mit-finanziert wird.
In der Finanzwelt gibt es hierzu einen Begriff SUSTAINABLE FINANCE – und als Mitunterzeichner eines offenen Briefes im April 2018 an die politischen Akteure in Deutschland und Europa haben wir als MenschBank e.V. uns klar dazu bekannt.
Um ein sehr Rendite getriebenes Banking, wo ‚to make more money‘ der Zweck allen Investierens geworden ist, gemeinsam zu einem Sinn-orientierten und verantwortungsvollen Banking vor der Frage ‚Wie wirkt mein Geld in der Welt?‘ zu gestalten, braucht es Dialog-Räume, in denen sich alle Akteure aus Realwirtschaft und Finanzwirtschaft, aus Wissenschaft und Politik, aus Kultur und Sozialem, die Jungen und die Alten gleichermaßen, begegnen können.
Solche Räume entstehen gerade – und wir sind sehr dankbar all jenen, die diese Räume schaffen: beispielsweise dem Hub for Sustainable Finance Germany (H4SF), die am 25.09.2018 zum 2. Sustainable Finance Gipfel nach Frankfurt einladen. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung (RNE) und die Deutsche Börse AG arbeiten seit 2017 daran, ihre Aktivitäten im Nachhaltigkeitssektor zu koordinieren und voranzutreiben – und haben deshalb den Hub als offenes Netzwerk gegründet.
Zu jenem 2. Treffen sind wir als MenschBank eingeladen, ein Challenger Statement zu halten – und sind im Moment einfach dankbar und glücklich über diese Möglichkeit. Es werden zahlreiche Vertreter aus der Finanzwelt und der Politik, der Realwirtschaft und zivilgesellschaftlicher Initiativen vor Ort sein – und wir hoffen, die richtigen Worte zu finden, um die Herzen der Menschen zu erreichen, mutig und miteinander eine nachhaltige und menschliche Finanzwirtschaft zu gestalten, denn – und nun spannen wir den Bogen zu unseren Geldmärchen – wenn der Mensch in Ordnung ist, dann stimmt auch die Welt wieder.
Zur Einladung und Online-Anmeldung geht es hier.
]]>Donnerstag, 23. November 2017. 5. Sächsischer Nachhaltigkeitskonferenz im Opernhaus Chemnitz. Christian Felber hält gerade eine Laudatio auf den Preisträger International des Carlowitzpreises. Er zeichnet ein Bild von Alberto Acosta in all seinen Facetten. ‚Freude und Weisheit‘ verwendet er in der Übersetzung der beiden Vornamen von Alberto Acosta’s 2. Frau.
‚Genau, das ist die Lösung‘ war mein Gedanke in dem Moment: ‚Es braucht die FREUDE. Nicht nur die Weisheit.‘
Denn, wenn wir über die Um-Welt sprechen und genau hinschauen, dann macht sich schnell Sorge, wenn nicht sogar Angst breit. Die Katastrophen mehren sich, die Flüchtlingsströme aufgrund von Kriegen oder Hungersnöten nehmen zu. Wir wollen festhalten an dem Vertrauten und sind doch gezwungen, etwas zu ändern. Die Politiker denken an die nächsten Wahlen und nicht an die nächsten Generationen.
Den Menschen am vergangenen Donnerstag zuzuhören, die an jenem Tag als Impulsgeber und Laudatoren sprachen, erdrückte mich fast. Das Leid und die Not auf der Welt anzuschauen und mir vor allem bewusst zu machen, was dies für meine Kinder bedeutet, macht eng und schwer im Herzen. Wo fängt man an? Und wie kann man Menschen ermutigen, mitzumachen?!
FREUDE und WEISHEIT.
… und Donnergrollen. Früher hätte Gott einen Dornbusch brennen lassen, so war mein Gedanke in diesem Moment. In der Bibel kann man davon lesen. Ein brennender Dornbusch oder ein einschlagender Blitz in der Chemnitzer Oper wäre nicht ganz passend gewesen. Ein Stromausfall in einem großen Teil Chemnitz‘ passt da schon eher zu den Zeichen, wie wir sie heute erhalten und verstehen können.
Es braucht eben nicht nur die WEISHEIT der Wissenschaftler, auf die wir hören dürfen. Die WEISHEIT der Pioniere, wie von Christian Felber, der mit seiner Gemeinwohlökonomie Menschen ermutigt, ganz persönlich einen Unterschied zu machen. Es braucht auch die FREUDE, das Lebendige und Leichte, das MenschSein ja auch ausmacht.
Für die meisten Gäste, die an diesem Tag in der Oper waren, war es einfach nur ein Stromausfall. Für mich war es ein ‚brennender Dornbusch‘ und die Bestätigung dessen, was ich seit einer Weile fühle: Ich möchte den Menschen Märchen erzählen. Märchen, die FREUDE und WEISHEIT vereinen. Geldmärchen und Wirtschaftmärchen.
Die Märchen sollen Mut machen und uns einladen, neu zu handeln und an Wunder zu glauben. Denn: wer nicht an Wunder glaubt, der ist kein Realist, so heisst es.
Und so möchte ich jetzt ein Märchen weitererzählen, das ich vor kurzem hörte. Es ist eine Geschichte aus einem schweizer Schulbuch, eine Geschichte über die Welt:
Eine kleine Weihnachtsgeschichte
An jenem Tag im Dezember hatte der Spielwarenhändler Franz Carl seinen üblichen Stress gehabt. Man hatte ihm violette Schaukelpferde geliefert, obwohl für dieses Jahr rosarote in Mode waren. Vor der Kasse waren ungeduldige Leute Schlange gestanden. Barbies und Teddybären, Bilderbücher und Computerspiele, das alles musste mit weihnächtlichem Geschenkpapier und rotgoldenem Band hübsch verpackt werden.Als Franz Carl dann lange nach Ladenschluss endlich zu Hause ankam und erschöpft in den Lehnstuhl sank, um sich die Zeitung zu Gemüte zu führen, da kam seine Tochter und wollte mit ihm spielen. Sie hatte ihn heute den ganzen Tag noch nicht gesehen und war der Mutter schon eine Weile mit ihrem ‚Wann kommt der Papi nach Hause’ in den Ohren gelegen.Um das Kind zu beschäftigen, nahm Franz Carl ein Blatt aus der Zeitung. Es zeigte eine Weltkarte. Darauf waren die Katastrophen eingezeichnet, die Orte, wo es während des Jahres Hungersnöte oder Terroranschläge gegeben hatte, Tankerunglücke, Überschwemmungen und Waldbrände. Die Karte zeigte die Krisenherde, Länder, wo auch in der Adventszeit Soldaten auf Menschen schossen, Panzer die Dörfer zerstörten und Flugzeuge Bomben auf die Städte warfen.Franz Carl zerriss dieses Blatt in kleine Stücke und sagte zu seiner Tochter: ‚Hier hast Du ein Puzzle. Versuch, diese Welt wieder in Ordnung zu bringen.‘Franz Carl wandte sich nun dem Rest der Zeitung zu. Doch er konnte nicht lange in Ruhe lesen. Denn schon nach ein paar Minuten kam die Kleine wieder, um dem Vater die fertige Karte zu zeigen. Die Neugier war stärker als der Missmut über die erneute Störung. Der Vater fragte sein Kind, wie er das so schnell geschafft habe.‚Ganz einfach,‘ antwortete die Tochter. ‚Auf der Rückseite der Weltkarte war ein Mensch abgebildet. Ich brauchte nur den Menschen in Ordnung bringen, da stimmte auch die Welt wieder.‘
*Anmerkung November 2018
Jenes Märchen hörte ich auf einem Wirtschaftskongress in der Schweiz im November 2017; ein Kongress, der 3 Tage dauerte und dessen Bühne mit ganz verschiedenen Männern gefüllt war. Die einzige Frau, die die Bühne betrat, war jene Märchen-Erzählerin. Auch hier im Blogartikel beschriebene Preisverleihung des sächsischen Nachhaltigkeitspreises ist eine reine Männer-Bühne, wie ich in diesem Jahr erkennen durfte: 13 Preisträger in 6 Jahren – 13 Männer.
In diesem Jahr war ich kurz davor, wütend auf die Bühne zu gehen und zu fragen, ob denn keiner merkt, dass hier etwas nicht stimmt. Die Weisheit eines besonderen Mannen ließ es mich nicht tun, hielt mich auch davon ab, einen der Preisträger zu bitten, seinen Preis zum Beispiel Wangari Maathai zu widmen. (Danke, J.)
Jener Preisträger hat ein Buch geschrieben, das ich seit vielen Jahren in meinem Regal stehen habe ‚Wut allein reicht nicht‘ heißt es. Recht hat er: und so stell ich das W von Wut auf den Kopf, handle mit Mut und mit Liebe und stärke genau das, was ich glaube, das es braucht in der Gesellschaft: Wertschätzung für die Frauen, die im Sinne der Nachhaltigkeit wirken. Frauen, die so häufig, weil sie es leiser oder selbstverständlicher tun, auf den Bühnen übersehen werden – und wir uns so die Chance nehmen, ihre wertvollen Impulse zu hören. Das Projekt, mit dem ich dies tue, heißt FEARLESS GIRLS. Und schon jetzt danke ich all den Menschen, die mich in diesem Projekt unterstützen und die damit helfen, dass die Welt wieder ins Gleichgewicht kommt. <3
Ganz einfach: ich stand im Stau morgens auf der A7 bei Kassel. Ich war auf dem Weg zu Fidelity Investments nach Kronberg, für die ich damals tätig war. ‚China Consumer‘ hieß der Investmentfonds, für den ich Roadshows, Messeauftritte und weitere Premiumkundenevents im Direktmarketingbereich plante.
Am Morgen des 26.09.2011 hörte ich im Radio vom Tod eines meiner größten Vorbilder: Wangari Maathai.
Über Wangari Maathai sprach ich in jedem meiner Vorträge oder Workshops zu den ‚Big Five for Life‘, die ich neben meinem Bankjob hielt. Sie gilt als lebendiges Beispiel, wie man mit kleinen Schritten und konkreten Handlungen die Welt verändern kann. Wangari Maathai entschied sich, etwas für Umweltschutz und Menschenrechte zu tun. Und sie tat dies u.a., indem sie begann, Bäume zu pflanzen. Sie pflanzte einfach Bäume und inspirierte andere Menschen, vor allem Frauen, es ihr gleich zu tun. ‚Mutter der Bäume‘ heißt sie in Kenia, ‚green belt movement‘ ist auf sie zurückzuführen, eine Bewegung, die als Graswurzelbewegung begonnen hat und letztendlich Kenia wieder aufgeforstet hat. Doch sie hat viel mehr getan, als ’nur‘ Bäume zu pflanzen: sie hat den Menschen Mut und Hoffnung gegeben, etwas verändern zu können in ihrer Welt.
An jenem Montag morgen, am 26.9.2011, wurde mir auf sehr unbequeme Weise bewusst, wie sehr ich meine Werte, für die ich als Mensch stehe, tagtäglich in meinem ‚payed job‘ verrate.
Und plötzlich forderte in diesem Moment, im Stau auf der A7 bei Kassel, das Leben eine Antwort von mir:
Wofür willst Du Dein Leben einsetzen? Was willst Du mit diesem Geschenk, was Dein Leben ist, tun? Weiter (Event)Marketing dafür machen, dass Menschen Geld in Finanzprodukte investieren, die die Natur zerstören, Menschenrechte verletzten und Menschen unwürdig arbeiten lassen, Glück durch Konsum und ein Höher-Weiter-Schneller vorgaukeln?!
Wann willst Du Verantwortung für das übernehmen, was Du selbst als für wichtig und wesentlich erkannt hast – und dies mit Leben füllen?!
Es gibt Momente, da kannst Du Dir nichts mehr selbst vormachen. Da weißt Du: okay, it’s time for a change.
Ich hatte keinen wirklichen Plan B. Rückblickend schüttle ich meinen Kopf über so viel Naivität und gleichzeitig zieh ich meinen Hut vor so viel Courage.
Denn: nicht mehr zu tun, was man nicht mehr tun will bzw. innerlich kann, ist das eine. Keine wirkliche Idee für Alternativen zu haben, ganz etwas anderes. Diese ‚Alternative‘, die ich jetzt mit MenschBank lebe, durfte und musste wachsen. Den Pfad, den ich gegangen bin, gab es noch nicht … und doch durfte ich auf dem Weg erkennen, dass viele Menschen und auch verschiedene Banken von der gleichen Vision angetrieben sind:
Wir haben eine besondere Verantwortung für das Ökosystem unseres Planeten.
Indem wir andere Arten schützen, schützen wir unser eigenes Überleben. (Wangari Maathai)
6 Jahre sind eine lange Zeit – und manchmal kommt mir ein Gedanke von ‚Hätte es nicht schneller gelingen können?‘ – Ich glaube NEIN, ich glaube, dass es die Zeit braucht, die es braucht und dass heute die Zeit reif ist und mir gerade die Menschen begegnen, mit denen ich – inspiriert von Wangari Maathai – diesen Weg nachhaltig für unsere Erde gehen kann.
Ich weiß nicht, warum ich mich so sehr um die Dinge kümmere.
Es ist einfach so, dass etwas tief in meinem Inneren mir sagt,
dass es ein Problem gibt und dass ich etwas dagegen tun kann. (Wangari Maathai)
Heute liebe ich wieder, was ich tue, wirke im Einklang mit meinen Werten – und freue mich über jeden Euro und jede Stunde Lebenszeit, die in Projekte fließen, die nachhaltig dem Leben dienen und unseren Planeten in seiner Schönheit und Vielfalt erhalten. Auch, wenn ich 6 Jahre nach dem Tod von Wangari gefühlt noch ganz am Anfang stehe, bin ich glücklich und dankbar für das, was ich heute schon bewirken darf und werde einfach weiter tun. Schritt für Schritt und Euro um Euro.
]]>Nach und nach dämmert es uns, dass so einiges, was wir über Management und Führung gelernt haben, schlichtweg falsch ist. Vielen von uns wurde im Laufe ihres Geschäftslebens beigebracht, dass die Hauptaufgabe eines Managers darin bestünde, Teammitglieder zu kontrollieren, Arbeiten zu delegieren, zu evaluieren und mittels „Zuckerbrot und Peitsche“ zu motivieren. Ich habe mich schon immer gefragt, warum es in Führungstrainings oft darum ging, Mitarbeitern etwas zu erklären und beauftragen, anstatt sie zu fragen, was diese selbst denken. Nach etwas zu fragen – anstatt Menschen zu dirigieren – erzeugt einen psychologischen Ansatz der Ausgewogenheit.
In den letzten Jahrzehnten war es sehr populär, sich auf das wissenschaftliche Denken zu fokussieren und die Rolle der Emotionen zu vernachlässigen. Dies stellt sich mehr und mehr als strategischer Fehler heraus. Emotionen sind ein wichtiges und nützliches Element der Informationsverarbeitung im menschlichen Gehirn. Deswegen ist ein Verständnis von menschlichem Verhalten sowie der Neurowissenschaften erforderlich.
Im Wesentlichen ist es mein Ziel, diese komplexen Informationen praktisch und möglichst leicht verständlich zu machen. Es geht darum, Menschen ohne neurowissenschaftlichen Hintergrund in die Lage zu versetzen, einige der neuesten Entdeckungen zu verstehen und diese Erkenntnisse in ihrem Privat- und Arbeitsleben einzusetzen.
Wir sind auf Vernetzung ausgerichtet
Wir Menschen sind soziale Wesen, die bei der Arbeit in Gruppen aufblühen. Im Laufe der Geschichte haben wir unsere Überlebenschancen durch den Austausch von Ressourcen, Wissen und Arbeitsteilung weiterentwickelt. Eine Abwendung von der Gruppe verringerte unsere Überlebenschancen. Infolgedessen nimmt unser Gehirn unseren sozialen Status fortlaufend sehr bewusst wahr: Gibt es eine Bedrohung oder eine Belohnung? Fühle ich mich sicher? Heutzutage stellt der Arbeitsplatz das größte soziale Umfeld dar, das unser Gehirn erfährt.
Unsere Gehirne agieren also nicht isoliert voneinander. Alles baut kontinuierlich aufeinander auf. Wir sind unglaublich soziale Wesen, wie eine Studie von Dr. Daniel Siegel in dessen Buch ‚Interpersonelle Neurobiologie‘ zeigt. Unser Gehirn ist nicht nur mit jeder einzelnen Zelle unseres Körpers verbunden. Mittels unserer Sinne besteht eine überraschende, direkte und unbewusste Verbindung mit den Gehirnen von anderen Personen. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht, wir lesen andauernd die Gesichtsausdrücke und Körperhaltungen anderer. Unser Gehirn gibt uns fortlaufend Feedback bezüglich unserer sozialen Interaktionen mit anderen und unserer Umwelt. Die Grenzen zwischen internen und externen Welten sind fließend. Ein Arbeitsplatz ist ein Energiefeld. Gute und schlechte Energien – Gefühle wie Vertrauen und Angst – bewegen sich wellenförmig um uns herum. Wenn wir aufmerksam sind, können wir diese fühlen.
Es geht um die Führung
Darum ist die Art der Führung wichtig. Hirnforschung in die Vorstandsetagen zu bringen, ist der Schlüssel zu langfristigem Erfolg, so Dr. Evian Gordon. Unser Gehirn kontrolliert alles, was wir tun. Führungskräfte bestimmen die Unternehmenskultur und sind dafür verantwortlich, die Arbeitsumgebung der Menschen im Blick zu haben. Denn Menschen werden entsprechend ihrem Umfeld agieren. Es geht also darum, einen Ort zu schaffen, in dem die Menschen arbeiten möchten. Jedes Unternehmen wird von Menschen angetrieben. Nichts außer menschlicher Kreativität und Leidenschaft kann Ihr Unternehmen wachsen und gedeihen lassen. Der echte Wert eines Unternehmens sind motivierte Mitarbeiter und zufriedene Kunden. Kunden kaufen in Wirklichkeit die Interaktion, die Art, wie sie behandelt werden und das Gefühl.
Vertrauen
Es gibt eine universelle verborgene Sprache: Sie heißt ‚Vertrauen‘. Wenn wir misstrauen, aktivieren wir unser ‚Angst-Netzwerk‘. Angst verschließt alle Türen zu den Gehirnregionen, die wir benötigen, um zu denken und um Empathie empfinden zu können. Wenn wir uns sicher fühlen, öffnet sich unser Gehirn. Erst dann sind wir in der Lage, zuzuhören, uns zu verknüpfen und für Gespräche offen zu sein, die zu beiderseitigem Erfolg führen. Wohlwollen erzeugt ein Kraftfeld.
Das Vertrauensniveau innerhalb eines Teams ist ein weitaus besserer Indikator und Prädiktor von Ergebnissen, als die einzelnen Leistungskennzahlen von Teammitgliedern. Diese Kennzahlen sind nur numerische Darstellungen der guten oder schlechten Energien, die uns umgeben (Amy Edmondson, Harvard Business School). Es ist also entscheidend, vertrauensvolle Arbeitsumgebungen zu schaffen, in denen man Misserfolge und Fehler teilen kann. Wir können nur innovativ und erfolgreich sein, wenn wir aus Misserfolgen und Hindernissen lernen können.
Sinn und Zweck
Arbeit spielt eine enorme Rolle bei der Bestimmung des Selbstwertgefühls von Menschen. Menschen möchten arbeiten und sich geschätzt fühlen. Menschen möchten mit anderen mitfühlenden Menschen arbeiten und sich darüber freuen können, was sie erreicht haben. Wenn man in der Arbeit zufrieden mit sich selbst ist, geht man nach Hause und behandelt auch seine Familie, Freunde und Mitmenschen besser. Menschen werden dadurch motiviert, in einen „Sinn und Zweck“ zu vertrauen und dieser Sinn und Zweck erzeugt einen Sog der Motivation.
„Stammeszugehörigkeit“
Wählen Sie Ihren ‚Stammesverband‘ sorgfältig! Das sind im Durchschnitt jene fünf Personen, mit denen Sie die meiste Zeit verbringen. Wir wissen, dass unser Umfeld wichtig ist, aber handeln nicht immer so. In einem Stammesverband müssen Sie sich einbringen, Sie müssen gesund bleiben, und Sie müssen den anderen Stammesmitgliedern bei deren Weiterentwicklung helfen. Wir haben das zwischenmenschliche neurobiologische Bedürfnis, miteinander zu leben, zu spielen und zu arbeiten. Wir wollen, dass andere uns mögen und haben das Bedürfnis, dazu zu gehören.
Das Leben verspricht uns keine Stabilität. Es bietet uns ein Labor, in dem wir experimentieren können. Und das sollten wir auch tun. Denn was ist der Sinn des Lebens, wenn Sie niemals das tun können, wofür Sie auf diese Erde gekommen sind? Wir alle sind Menschen mit begrenzter Lebensdauer. Unsere Stärke resultiert nicht aus einer Fokussierung auf uns selbst. Sondern aus konsequentem Handeln in einer Weise, die das Leben von anderen verbessert. Wir haben eine tief verwurzelte kulturelle Prägung, dass Freundlichkeit gleichzeitig Schwäche bedeutet. Doch nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein.
Liebe
Warren Buffet wurde einmal gefragt, was seine Definition von Erfolg sei. Er sagte: ‚Zählen Sie, von wie vielen Menschen Sie geliebt werden. Und um geliebt zu werden, müssen Sie liebenswert sein. Sie sollten sich mit guten Menschen umgeben.‘
Ein sozialeres Verhalten ist der Schlüssel zu einem glücklicheren, gesunden, produktiven und inspirierenden Leben. Ich liebe die Arbeiten von Matthew Lieberman zu diesem Thema. Soziale Bindung ist einer der besten Prädiktoren für Glück im Leben. Es ist wichtig, bei der Navigation auf Ihrer eigenen sozialen Autobahn klüger zu werden. Manchmal vergesse ich das selbst und muss mich an die Bedeutung meiner begrenzten Zeit auf dieser Welt erinnern.
Sehen Sie Ihr inneres Auge als eine Taschenlampe. Die Taschenlampe kann nach etwas Positivem oder Negativem suchen. Wir alle können die Taschenlampe kontrollieren und das Positive in dieser Welt suchen. Ich bin froh, Menschen zu treffen, die sich ebenfalls einer tieferen Sinnhaftigkeit bewusst sind. Die nach Unternehmen und Arbeitsstellen suchen, die dem ‚Leben‘ dienen. Wir müssen die Art, wie Werte erzeugt und geteilt werden, neu erfinden, umgestalten und neu definieren. In unseren Herzen und Seelen wissen wir, dass unsere Arbeit sinnvoll sein kann und einen Wert für uns selbst, für einander und für die Welt schafft.
Wer teilt, nimmt Anteil
Nichts in der Natur lebt für sich selbst. Flüsse trinken nicht ihr eigenes Wasser. Bäume essen nicht ihre eigenen Früchte. Die Sonne scheint nicht für sich selbst. Ein Leben füreinander mit einem Zweck ist, was die Natur uns vorgibt.
Als eine Art Botschafter von BetterBrains@Work möchte ich meine Kenntnisse darüber teilen, die Wissenschaft über das soziale Gehirn verständlich zu machen, um die Art und Weise unseres Arbeitens zu verbessern. Um die Weise, wie Organisationen ihre Mitarbeiter führen, zu verbessern. Sinn und Zweck ist der Leim, der eine Organisation zusammenhält. Ich folge damit meiner eigenen ‚evolutionären Bestimmung‘ und merke, wie dies anderen hilft, etwas Nützliches zu tun. Denn etwas zu bewirken ist für jeden von uns wichtig.
Wenn die Zeit für bestimmte Dinge reif ist, erscheinen diese Dinge an verschiedenen Orten. Es gibt Bewusstsein und Bewusstheit auf der Erde. Immer mehr Unternehmen denken über ihren ROS nach, ihren Return on Society (Rückgabe an die Gesellschaft).
Das Wissen um das soziale Gehirn kann uns ein besseres und umfassenderes Verständnis von uns selbst, von der Welt und von unseren Beziehungen geben, so Dr. Louis Cozolino. Und mit diesem Verständnis entsteht Weisheit, Vertrauen und die Fähigkeit, einen Unterschied zu machen. Das Leben ist kein Probelauf, es ist eine Praxis. Und es ist ein Vergnügen, gemeinsam mit inspirierenden und intelligenten Menschen wie The Corporate Rebels, mit den wunderbaren Menschen von MenschBank und vor allem mit meinen lieben Kollegen von ECO-International an einer sinnvolleren und zweckbestimmteren Zukunft zu arbeiten. Wir denken darüber nach, welchen Fußabdruck wir hinterlassen möchten. Wir schulden es künftigen Generationen, aber wir sind es uns auch selbst schuldig.
Nach meinem Abschluss im Jahr 1992 in Maastricht an der Maastricht School of Management, arbeitete ich etwa 20 Jahre lang in der Privatwirtschaft im Bereich Human Ressources. Im Jahr 2011 veränderte ich meinen beruflichen Schwerpunkt und tauchte ein in die Welt der Psychologie, Neurobiologie und der kognitiven Neurowissenschaften.
Meine langjährige, vielseitige Managementerfahrung, meine Unabhängigkeit und Lebenserfahrung sowie mein Kontakt zu vielen Menschen innerhalb und außerhalb von Organisationen bietet die Grundlage für meine Arbeit als Coach und Keynote-Sprecher bei BetterBrains@Work. Ich bin sehr daran interessiert, neurowissenschaftliche Entdeckungen auf Coaching und Führung im Allgemeinen anzuwenden. Ich ermutige Menschen, die Dinge, die über das Gehirn bekannt sind, praktisch zu nutzen, um mehr inspirierende Arbeitsplätze ‚mit Hirn‘ zu schaffen.
]]>Obwohl seit 2009 in Dresden lebend, war bis vor kurzem für mich unbekannt, dass dieses Gedicht hier in Sachsen entstanden ist. Sogar in dem Viertel, in dem ich lebe, in Dresden-Loschwitz, wurde es vollendet. In Leipzig fand es seinen Anfang. So klein ist die Welt.
Was auch neu für mich war und mich echt so sehr inspiriert, dass ich darüber schreibe, ist die ursprüngliche Version dieses Gedichtes, die ich weiter unten abdrucke.
Warum hat man es gekürzt?! Der Text ist sooo sensationell. Allerdings auch sehr revolutionär, damals schon – mit Sicherheit. Noch vielmehr heute…
Wie viele Kriege werden geführt, im Kleinen wie im Großen mit der Rechtfertigung, jemand habe ‚Schuld‘ an etwas. Wie viele Menschen werden ausgegrenzt, weil sie nicht den (wirtschaftlichen) Status von anderen haben. Nicht nur in Banken – doch auch dort.
‚Unser Schuldbuch sei vernichtet – ausgesöhnt die ganze Welt!‘ ist eine Textzeile in der ursprünglichen Version. Ich bekomme Gänsehaut und atme einen Moment tiefer. ‚Unser Schuldbuch sei vernichtet – ausgesöhnt die ganze Welt!‘ … ähm, wow!!!
Wenn diese Hymne die Hymne Europas ist, wie verhält es sich mit unserem Verständnis von Schuld und Schulden innerhalb Europas…. Ja, eine provokante Frage, ich weiß. Eine Frage, die ich den mit stolz geschwellter Brust die Europahymne singenden Verantwortlichen in Politik und (Banken)Wirtschaft gerne einmal stellen möchte. Gerade jetzt, wo Europa vielleicht nicht bricht, doch auf jeden Fall bröckelt ….
Ich nehme Schillers Worte nicht als Gesetz. Es ist ein Gedicht, vor 230 Jahren geschrieben. Nicht mehr, doch auch nicht weniger. Es hat Aussage-Kraft und ein unglaubliches Potenzial zu inspirieren. Auch heute – oder gerade heute; das trifft es wohl noch besser. Schillers Worte können uns inspirieren, uns ermutigen …. aus der Angst in die Freude zu gehen. Aus dem Mangel den Blick auf die Fülle zu lenken, die in der Natur so reich gegeben ist. Sie können uns inspirieren, bessere Menschen zu werden. Und einen neuen Umgang mit Geld zu erfahren. Freude im Teilen, Sanftmut und Versöhnung mit Miteinander. Das vor allem, glaube ich.
Seit ich von diesem Text erfahren habe, seit ich mich auf Spurensuche nach Hintergründen mache, keimt in mir der Wunsch, diesen Text sicht- und hörbar zu machen. Ein großer Chor – von verschiedenen Einzelinterpreten über (Kinder)Chöre bis hin zu Menschen wie Du und ich – die gemeinsam den ursprünglichen Text von Schiller singen. Musiker, die gemeinsam musizieren. An Orten der Freude und Versöhnung, wie beispielsweise der Dresdner Frauenkirche, am Schillerhäuschen, diesem so magisch-besonderen Ort, an dem das Foto für diesen Beitrag entstanden ist oder an den Elbhängen mit Blick auf die langsam dahinfließende Elbe, die Schiller wohl auch in besonderem Maß inspirierten.
Es gibt zahlreiche sogenannte Flashmobs, die die Ode an die Freude als Thema wählten. Auch zwei Banken (soweit mir bekannt) sind unter den Initiatoren – eine spanische Bank, die Banco Sabadell und eine Nürnberger Bank, die EvenordBank mit wirklich sehr inspirierenden Videos.
Es wird eine weitere Version geben – eine, in der die ursprünglichen Worte Friedrich Schillers gesungen werden. Den Impuls dazu geben wir von MenschBank. Ich kann nicht anders, als diesem so klaren Ruf zu folgen. Mögen seine Worte Gehör finden und unsere Herzen berühren, Inspiration sein für neue, innovative, vor allem menschliche Lösungsansätze sowohl in der Finanzwelt, als auch im gesellschaftlichen Miteinander.
Wer unterstützen mag, melde sich per Email [email protected] . Es geht gemeinsam, im Teilen unserer Ressourcen so viel leichter – und mit so viel mehr Freude. Der ursprüngliche Text will gehört werden – helft mit, diese Gedanken auf Spaziergang zu schicken.
]]>Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elysium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligtum.
Deine Zauber binden wieder,
Was der Mode Schwert geteilt; (ab 1803: was die Mode streng geteilt)
Bettler werden Fürstenbrüder, (ab 1803: alle Menschen werden Brüder)
Wo dein sanfter Flügel weilt.Chor
Seit umschlungen Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder – überm Sternenzelt
Muß ein lieber Vater wohnenWem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu sein;
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja – wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer’s nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!Chor
Was den großen Ring bewohnet
Huldige der Sympathie!
Zu den Sternen leitet sie,
Wo der Unbekannte tronet.Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur,
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.
Küsse gab sie uns und Reben,
Einen Freund, geprüft im Tod,
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub steht vor Gott.Chor
Ihr stürzt nieder, Millionen?
Ahndest du den Schöpfer, Welt?
Such ihn überm Sternenzelt,
Über Sternen muß er wohnen.Freude heißt die starke Feder
In der ewigen Natur.
Freude, Freude treibt die Räder
In der großen Weltenuhr.
Blumen lockt sie aus den Keimen,
Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen,
Die des Sehers Rohr nicht kennt.Chor
Froh, wie seine Sonnen fliegen,
Durch des Himmels prächt’gen Plan,
Laufet Brüder eure Bahn,
Freudig, wie ein Held zum siegen.Aus der Wahrheit Feuerspiegel
Lächelt sie den Forscher an.
Zu der Tugend steilem Hügel
Leitet sie des Dulders Bahn.
Auf des Glaubens Sonnenberge
Sieht man ihre Fahnen wehn,
Durch den Riß gesprengter Särge
Sie im Chor der Engel stehn.Chor
Duldet mutig Millionen!
Duldet für die bessre Welt!
Droben überm Sternenzelt
Wird ein großer Gott belohnen.Göttern kann man nicht vergelten,
Schön ist’s ihnen gleich zu sein.
Gram und Armut soll sich melden,
Mit den Frohen sich erfreun.
Groll und Rache sei vergessen,
Unserm Todfeind sei verziehn.
Keine Träne soll ihn pressen,
Keine Reue nage ihn.Chor
Unser Schuldbuch sei vernichtet!
Ausgesöhnt die ganze Welt!
Brüder – überm Sternenzelt
Richtet Gott, wie wir gerichtet.Freude sprudelt in Pokalen,
In der Traube goldnem Blut
Trinken Sanftmut Kannibalen,
Die Verzweiflung Heldenmuth – –
Brüder fliegt von euren Sitzen,
Wenn der volle Römer kreist,
Laßt den Schaum zum Himmel spritzen:
Dieses Glas dem guten Geist!Chor
Den der Sterne Wirbel loben,
Den des Seraphs Hymne preist,
Dieses Glas dem guten Geist
Überm Sternenzelt dort oben!Festen Mut in schwerem Leiden,
Hilfe, wo die Unschuld weint,
Ewigkeit geschwornen Eiden,
Wahrheit gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Königsthronen –
Brüder, gält es Gut und Blut –
Dem Verdienste seine Kronen,
Untergang der Lügenbrut.Chor
Schließt den heil’gen Zirkel dichter,
Schwört bei diesem goldnen Wein;
Dem Gelübde treu zu sein,
Schwört es bei dem Sternenrichter!Rettung von Tyrannenketten,
Großmut auch dem Bösewicht,
Hoffnung auf den Sterbebetten,
Gnade auf dem Hochgericht!
Auch die toten sollen leben!
Brüder trinkt und stimmet ein,
Allen Sündern soll vergeben
Und die Hölle nicht mehr sein.Chor
Eine heitre Abschiedsstunde!
Süßen Schlaf im Leichentuch!
Brüder – einen sanften Spruch
Aus des Totenrichters Munde!