DEN WURZELN TREU BLEIBEN

Silke Hohmuth schreibt: 

MenschBank zieht um. ‚Zurück‘ nach Bayern, konkret München.

Ja, ich hätte es nie gedacht und auch nicht erwartet – und ich weiß auch noch nicht, was es in der Konsequenz (auch für mich privat) bedeutet, doch wir verlegen unseren Vereinssitz nach München, werden viel stärker in Franken und Bayern aktiv sein – und doch eine starke Brücke nach Sachsen beibehalten und ausbauen.

Die Idee zu MenschBank ist entstanden in München. Sowohl Martin Schneider als auch ich haben damals (zumindest teilweise) hier gearbeitet. Ich selbst habe in Bayern meine Lehre gemacht und einen Großteil meines Bankenlebens gewirkt. Meine Mentoren, wenn ich sie so nennen darf, haben hier gewirkt oder wirken hier.

In München fühl ich Heimat – verrückt, habe ich hier nie gelebt. Doch es ist eine Stadt, wo ich verstanden werde. Ich erinnere mich an Termine sowohl in der SpardaBank München als auch bei der GLS Bank München, wo im teils im Gespräch schon sagte: wenn es nurmehr Banken wie Sie gäbe, bräuchte es MenschBank nicht.

Ja, wir glauben tatsächlich (noch immer), dass man speziell auch in Sachsen viel leichter als in Frankfurt oder Berlin das Thema ‚Redefining the Purpose of Finance‘ denken kann. Doch, warum auch immer, fehlt hier in der Finanzwelt der Mut, dies zu tun. Oder möglicherweise die Player, wie sie in München (und Umgebung) beispielsweise sitzen.

Wenn ich sage, wir bleiben den Wurzeln treu – dann sind das unsere MenschBank – Wurzeln, deren Inspiration tatsächlich in München liegt. Eng verwoben mit zwei italienischen Banken… Offen gestanden habe ich auch ein weinendes Auge, von Dresden wegzugehen. Doch wir gehen nur ein bisschen weg – nur unser Vereinssitz geht. Martin Schneider, mein Vorstandskollege ist schon vor 1,5 Jahren gegangen und lebt seither in München.

Die Frauenkirche wird die Brücke sein. Jene in München direkt neben der Münchner Bank – und jene in Dresden in direkter Nähe zur letzten Filiale der Dresdner Bank. Wir haben Herzklopfen und Vorfreude. Denn….

Allem Anfang wohnt ein Zauber inne.

Und irgendwie ist es wie ein Anfang. Ein Re-Start.

‚Den Wurzeln treu bleiben‘ bedeutet aber auch, dass speziell ich – Silke Hohmuth – mich an meine Heimat erinnere und hier eine Verantwortung fühle. Ich bin jene Generation junger Frauen, die nach der Wende die Heimat verlassen hat. Familie gegründet hat in den alten Bundesländern, sich eine berufliche Karriere genauso wie ein soziales Umfeld aufgebaut hat.

‚Nie wieder würde ich zurückgehen‘ hörte ich gestern von einer Ex-Dresdnerin in verantwortungsvoller Stelle in Berlin. Es hat mir einen Stich versetzt – denn gerade den Weggang der ‚gebildeten‘ Frauen (sorry, ich mag das Wort nicht, weiß es nicht besser zu beschreiben), vor allem im ländlichen Raum, kann man für die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zumindest mit als Grund heranziehen.

Die Wahrheit ist: ich selbst habe hier nie einen (payed) Job gefunden, den ich als spannende Herausforderung betrachtet hätte. Den gibt es in der Finanzwelt hier glaub auch nicht – und ihn mit MenschBank hier in Dresden zu schaffen, ist wohl (noch) zu früh.

Egal – gesellschaftlich – sollte ich eh dort wirken, was die Menschen verstehen und wo die Menschen offen sind. Das ist in Sachsen viel mehr die Realwirtschaft und die Aspekte der sozialen, wie ökonomischen und pragmatischen ökologischen Nachhaltigkeit.

Und so freue ich mich sehr auf das Betätigungsfeld von ‚Wirtschaft begeistert‚, das ich speziell in Sachsen entwickeln und beleben darf.

Die Geldbrücken zum Thema ‚Sustainable Finance‘ werd ich schlagen – zu den Bankhäusern in Bayern und Hessen und Berlin. Denn ‚Den Wurzeln treu bleiben‘ in der Bankenwelt bedeutet sich an ihre eigentliche Aufgabe, ihren eigentlichen Zweck zu erinnern: und das ist die Stärkung einer gemeinwohl-orientierten Wirtschaft genauso wie ein treuhänderischer, verantwortungsvoller, wertsteigender Umgang mit dem Geld der Anleger.

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