Crowdfunding nach Schiller

Unser Crowdfunding für das Jugendprojekt ‚Finanzbildung für Schüler‚ ist gestartet: über die gemeinnützige, regionale Plattform 99Funken sammeln wir nun Geld ein.

Warum nennen wir es ‚Crowdfunding nach Schiller‘?!

Ganz einfach: wir laden ein, IN FREUDE ZU TEILEN anstatt in Mitleid/schlechtem Gewissen/Halbherzigkeit u.ä. zu spenden.

Fakt ist, dass es Geld braucht, um mit den Schülern das Thema ‚Finanzbildung für Schüler‘ ganzheitlich und nachhaltig angehen zu können. Wir wollen mit Visionären, Wissenschaftlern und Vertretern der Branche reden, sie besuchen oder einladen. Wir wollen uns die Lehrplaninhalte anschauen und praxisnah ergänzen. Wir werden mit Menschen aus der Finanzbranche, aber auch mit Museumspädagogen und Historikern, mit Querdenkern und Visionären Inhalte erarbeiten, die das Gestern, Heute und ein mögliches Morgen gut fundiert und visualisiert darstellen. Wir wollen wirklich ganz intensiv und individuell mit den Schülern schauen, was sie interessiert – und wollen ihnen gegenüber ganz offen und ehrlich auch unsere Fragen der Erwachsenenwelt zulassen und zeigen, dass auch wir manchmal (noch) keine Antworten haben, wie es wirklich gut in der Bankenwelt weitergehen kann. Wir wollen dann mit den Jugendlichen kreative, neue Möglichkeiten entwickeln – ja !!!, das ist möglich mit Kindern. Als Beispiel sei hier der Chiemgauer angeführt – die erfolgreichste Regionalwährung Deutschlands, der aus einem Schülerprojekt entstanden ist. Wenn wir uns dieses (und viele andere) Beispiel/e bewusst machen, können wir ansatzweise ahnen, was möglich sein kann, wenn wir uns auf kreative Prozesse im Zusammenschluss von Jugendlichen, Experten der Finanzwelt, Wissenschaftlern und Pädagogen einlassen.

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In den letzten Monaten haben wir mit zahlreichen Banken gesprochen – die Idee vorgestellt, die Rahmenbedingungen erläutert, um Unterstützung gebeten. Keine der Banken hat dieses Projekt bislang mit Geldmitteln unterstützt- keine einzige …..

Dazu sei gesagt: wir sind nicht käuflich. Wir unterstützen nicht, dass Bank XYZ mit ihren eigenen Unterlagen in Schulen geht. Wir geben auch keiner Bank – und sei sie in unseren Augen noch so gut und nachhaltig – eine exklusive Zusammenarbeit in diesem Projekt. …. Wir wollen mit den Banken kooperieren, ganz klar. Doch wir wollen hier GEMEINSAM mit ihnen wirken – in Arbeitsgruppen gemeinsam und transparent Inhalte für die Schüler erarbeiten. Auch wollen wir gemeinsam mit den Bankern erörtern, wie die Rahmenbedingungen für das Wirken in den Schulen sind – Wissensvermittlung frei von Marketinginteressen der Bankhäuser brauchen diese Rahmenbedingungen vor allem nach den Erfahrungen, die so manch Schüler, Eltern und Lehrer schon machen durften.

Teils kamen wir uns vor wie Bettler – und ganz ehrlich: es gab Augenblicke, da waren wir sauer und wütend, traurig und verzweifelt. Ich selbst war viele Jahre im Marketing von Investmentgesellschaften – und JA klar, man darf nur Gelder ausgeben, wenn es sich für das Unternehmen rechnet. Wenn man mindestens das Logo auf den Unterlagen / T-Shirts o.ä. hat oder wenigstens einen Scheck mit einer Spende medienwirksam übergeben kann oder die Bank konkret mit diesem Projekt genannt wird. Das heißt, ein Stück weit verstehe ich die Banken auch – wenngleich mich diese Kurzsichtigkeit immer wieder ärgert. Im Prinzip passen wir gerade mit diesem Projekt super zu den CSR-Töpfen der Banken – doch leider sind wir dahin noch nicht vorgedrungen. Noch nicht ….

Bis dies gelingt, brauchen wir die Unterstützung der Menschen – egal ob Banker oder Eltern, Lehrer oder Unternehmer, Hausfrau oder Großvater, eigene Kinder oder Nachbarskinder. Wir brauchen die Unterstützung, bis wir bekannt sind und das Vertrauen der Branchenvertreter haben – und die Banken uns von sich aus unterstützen wollen. 🙂

Warum heißt es nun ‚Crowdfunding nach Schiller‚?! … es gibt eine Geschichte, die erzählt wird. Keine Ahnung, ob sie stimmt oder erfunden ist – sie ist toll und so passend für unsere Situation:

Man sagt, Schiller wäre spazieren gegangen und dabei sei ihm ein armer Theologiestudent begegnet, der – sein Hemd schon abgelegt – dabei war, ob seiner Scham über seine Armut, seinem Leben ein Ende zu setzen. Schiller gab ihm alles Geld, was er selbst hatte – es war wohl nicht viel, weil Schiller zu dieser Zeit auch nicht wirklich gut betucht war – und nahm ihm das Versprechen ab, mit dem Freitod noch 8 Tage zu warten.

In dieser Zeit war Schiller auf einer Leipziger Hochzeit eingeladen, auf der viele Reiche waren. Leipzig war zu dieser Zeit nicht nur eine reiche Handelsstadt, sondern auch Bankenhauptstadt – und so ist anzunehmen, dass einige Banker auf dieser Hochzeit waren. Schiller erzählte auf dieser Hochzeit diese Geschichte – und lud ein, zu teilen. Man kann sich vorstellen, wie die Stimmung war. Die Musik spielte, die Gäste waren in Feierlaune und gaben reichlich. Sie gaben so viel, dass der arme Theologiestudent in Fülle davon leben konnte, bis er wirtschaftlich gut auf eigenen Füßen stehen konnte. Und sie gaben auf eine Art und Weise, dass ihre eigene Freude beim Teilen stieg. Wie wunderschön, finden Sie / findet Ihr nicht auch?!

Dieses Ereignis soll Schiller so inspiriert haben, dass er es in sein Gedicht ‚An die Freude‘ einfließen ließ ….. und wir alle wissen, dieses Gedicht in der Vertonung von Beethoven ist heute sogar die Hymne des Europarates.

Genauso wie Schiller wollen wir Dich und Euch und Sie einladen, wirklich IN FREUDE ZU TEILEN. In Freude zu teilen für dieses so wichtige Thema ‚Finanzbildung für Schüler‘.

Das Crowdfunding ist nur der erste Schritt, Dresden ist nur der erste, der Pilotstandort. Wir haben Visionen, die sind so viel größer als ein paar Workshops in Schulen, als eine Webseite zum Thema Finanzbildung, als ein OpenSpace oder ein OnlineKongress für das Thema Finanzbildung. Wir bekommen eine Ahnung, was möglich ist, wenn wir beginnen, ganz offen und ehrlich mit Jugendlichen zu wirken – und über Geld, Werte und Wirtschaft nicht nur zu sprechen, sondern dies erfahrbar zu machen. Wir ahnen, dass dies für die teilnehmenden oder auch zuschauen Erwachsenen manches Aha-Erlebnis bringen wird und mehr und mehr erkennen wir, dass die Investition, die wir Erwachsenen mit diesem Crowdfunding scheinbar für die Kids ist, tatsächlich uns selbst den größten Nutzen bringt.

Also: TEILT IN FREUDE, TEILT MIT GROSSEM HERZEN. …. Alle Spenden sind in 2016 steuerlich absetzbar. Wer nicht über die Crowdfundingplattform gehen möchte – kein Problem! – Teilt gerne direkt auf unser Konto ‚MenschBank e.V.‘ bei der Triodos Bank, IBAN DE25 5003 1000 1039 8730 08, BIC TRODDEF1 mit dem Verwendungszweck ‚Finanzbildung Schüler‘.

Und erzählt es weiter: Menschen, von denen Ihr glaubt, dass sie auf ihre Art unser Projekt unterstützen wollen – Medienvertreter, Bankverantwortliche, Menschen aus Wirtschaft und Politik, Menschen wie Du und ich.

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