1.000.000.000 für’s Gemeinwohl

Eine 1 mit 9 Nullen. 1.000.000.000. 1 Milliarde.

Eine Zahl so unvorstellbar hoch – und doch so alltäglich in unserer Finanz-Wirtschaftswelt. Fidelity Investments verwaltet über 2 Billionen Euro. Da ist 1 Milliarde gerade mal 0,5 Promille. Ich könnte auch BlackRock nennen mit 4 Billionen oder andere ….

Ich nenne Fidelity, denn für dieses Investmenthaus habe ich gearbeitet, bevor ich aus der Branche ausgestiegen bin.

Das Projekt, auf dem mein Fokus lag, hatte den Untertitel ‚BEREIT FÜR DAS NEUE KONSUMZEITALTER?‘ – in dem betreffenden Fonds sind aktuell 2,1 Mrd Euro.

Was wäre wenn …

…. man ein neues Fondsprodukt auflegen würde: einen Gemeinwohl-Fonds. Mit klarer GWÖ-Prüfung mit den Werten Menschenwürde, Solidarität, Tranzsparent&Mitbestimmung und Ökologische Nachhaltigkeit.

Dazu ein schöner Claim? ‚SIND SIE DABEI BEIM NEUEN SINNZEITALTER?‘ und darauf aufmerksam machen, wie wichtig die Frage ‚Wie wirkt mein Geld in der Welt?‘ ist – und dass die Auswirkungen unserer Investments der letzten Jahre heute in Form von Flüchtlingsströmen, Naturkatastrophen und Krieg spürbar sind.

Würden die Kunden investieren? Vordergründig in SINN und erst zweitranging in RENDITE?

Ich glaube JA. Wenn wir beobachten, was sich in unserer Welt jenseits der Finanzbranche abzeichnet mit bewusstem Einkaufen, Reduktion von Haben hin zum Sein etc.pp. sehe ich das Potenzial eines solchen Fonds auch im Mainstream. Und zwar nicht als hübsches GreenWashing-Produkt verpackt, sondern mit echten Inhalten.

Wir investieren gerade viel Zeit in das Verstehen der Gemeinwohl-Ökonomie. Silke Hohmuth beschreitet gerade ihren eigenen GWÖ Berater Lernweg, wir tauschen uns aus mit Pionieren der Branche und vor allem auch Unternehmen. Überlegen gemeinsam mit verschiedenen Akteuren der GWÖ, wie die diese noch junge Bewegung in der Politik und Wirtschaft mehr Beachtung finden und beginnen kann, in den Markt zu wirken.

Wir sprechen mit Vertretern anderer Nachhaltigkeits-Bewegungen und prüfen, wie man ein Netz aus mehreren Modulen bauen kann, das wie ein Sieb / Filter wirkt. Wir prüfen und gestalten die Gründung einer ServiceGesellschaft für die Kooperation von nachhaltig und ethisch agierenden Finanzakteuren. Wir sprechen mit unseren alten Arbeitgebern und ermutigen, sich dem Thema zu öffnen.

Denn, wenn eine Investmentgesellschaft tatsächlich einen solchen Fonds auflegt, braucht es Unternehmen, in die man investieren kann. – Macht Sinn, oder?!

Bitte: sprecht Eure Banken und Versicherungen, Eure Investmenthäuser und Berater an. Fragt nach, wie Euer Geld in der Welt wirkt. Oder noch besser: SAGT KLAR, WIE IHR WOLLT, DASS ES WIRKEN SOLL. Zeigt, dass es Euch nicht egal ist. Wollt ihr in Bildung investieren oder nachhaltige Landwirtschaft? In (gute) Medien oder Nachhaltige Kleidung? Was ist Euch im Leben wichtig? Investiert genau in diese Felder!!

0,5 Promille – das ist gar nichts. Und doch wären es 1.000.000.000 Milliarde Euro (im Fall von Fidelity). Ganz ehrlich: ich finde das sehr realistisch erreichbar. Und habe – nachdem wir Christian Felber diese symbolische Milliarde noch gar nicht in jenem Bewusstsein gegeben haben – inzwischen doch eine sehr klare Vision vor Augen, was wir auch beim Thema Geld / Investments / Sinn konkret in der Investmentbranche anregen und bewegen wollen: einen europäischen Beteiligungsfonds fürs Gemeinwohl. 

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