POLIBANK – eine Finanzkooperative mit Zukunft

Wie können Finanzakteure, die heute häufig in einem Wettbewerb stehen, in einem kollaborativen Wirken dem Gemeinwohl dienen?

Eine Frage, die sich vermutlich die wenigsten Banken aktuell stellen. Denn seien wir mal ehrlich: gerade kämpft jeder mit der Regulatorik und/oder ums eigene Überleben, da sich die Rahmenbedingungen in der Finanzwelt in den letzten Jahren stark gewandelt haben. Und auch der Ruf der Finanzbranche ist 10 Jahre nach Lehman Brothers kein wirklich guter. Braucht es Banken überhaupt noch in der Welt der Zukunft? Oder übernehmen dies Fintechs – die ersten reinen Internet-Banken gibt es bereits.

Im Zukunftsbild der MenschBank gibt es Banken – und zwar ganz konkret mit Menschen, die verantwortungsvoll und mit Freude ihre Arbeit tun. Es gibt zugegebenermaßen weniger graue Herren und mehr lebendige Menschen als in manch einem Bankhaus heute. Und der Fokus ist weitaus mehr auf die Stakeholder als rein auf die Shareholder.

Und so haben wir uns oben genannte Frage gestellt:

Wie können Finanzakteure heute im Sinne des Gemeinwohls miteinander wirken? 

Die Strategie der MenschBank, eine solche Frage zu beantworten, ist ganz einfach:

  1. Beobachten, wo wird oder wurde dies schon gelebt; was ist gut, was kann verbessert werden
  2. mit Experten verschiedenster Bereiche sprechen oder von ihnen lesen (wenn sie zum Beispiel nicht mehr leben)
  3. Fragen stellen und zuhören – und zwar jedem und allem, was ein Hinweis auf die Sache sein könnte…
  4. Erfahrungen aus Vergangenheit und Gegenwart + Expertenwissen (aus den verschiedensten Bereichen) kombinieren
  5. diese Theorie mit der Pudding-Methode* in Pilotprojekten umsetzen und ggfs. nachbessern
  6. Erfahrungen teilen und weitere Pilotprojekte bzw – standorte unterstützen (die mit eigenen ‚Geschmacksrichtungen‘ sich entwickeln können.

*Pudding-Methode: wenn man einen Pudding kocht, rührt man das Puddingpulver zunächst mit einer kleinen Menge Flüssigkeit glatt, bevor man dies in den großen Topf gibt. Sprich, wir beginnen mit einer kleinen Gruppe von Menschen, bevor wir die Erfahrungen in eine größere ‚Menge‘ geben, sonst klumpt’s.

 

Warum POLIBANK?

‚Poly‘ bedeutet ‚viel‘, also viele Finanzakteure, die miteinander wirken. Für die Schreibweise Poli- haben wir uns entschieden, einerseits, weil wir am Beispiel der in Ostdeutschland bekannten Polikliniken die Übertragung ‚Ärztehaus‘ auf Bankenhaus sehen und andererseits die Politik, also die finanziellen Mittel, die über Förderprogramme in Wirtschaft und Kultur und Soziales fließen, mit in den gesellschaftlichen Dreiklang des Geldes aufnehmen.

 

Der Fokus (oder gemeinsame Nenner) ist immer: Geld zum Wohle aller wirken zu lassen. Es kommen, wie die Ursprungsidee von Bank (ital. Banca = Tisch) ist, reiche Menschen zusammen: Geldreiche, Ideenreiche, Zeitreiche, Kontaktreiche, Ressourcenreiche, Wissensreiche, …. die ihren individuellen Reichtum im Sinne des Gemeinwohls, also einem guten Leben für alle, einsetzen. Diese Aufzählung zeigt bereits, dass dieses Zusammenkommen auf Augenhöhe passiert, und Geld von Anfang an ein Teil ist, jedoch nicht der wichtigste oder einzige Part, um den es geht.

Im Prinzip gestalten wir Permakultur in der Finanzbranche: wir lassen jene Akteure miteinander natürlich wachsen, die sich gegenseitig gut tun. Es gibt keine Übernahmen oder besser/schlechter, sondern jeder erfüllt seine Rolle im ‚Garten des (Finanz)Lebens‘, die dem Wohl von allen dient.