MenschBank in den USA

Welcome to America. Oder ich, Martin, könnte auch sagen, welcome back. Schon einmal war ich in den Staaten, genauer gesagt, habe in San Francisco gelebt, damals noch als Anwalt. Doch was macht MenschBank in den USA? Nunja zum einen finden wir hier die größte Konzentration großer Banken und zum anderen gerade in den Städten New York, San Francisco und Los Angeles eine unglaubliche Vielfalt an Menschen. Ich war da, um mit den Menschen zu sprechen, was sie bewegt und was sie sich für eine lebenswerte Zukunft wünschen.

Ich habe mich mit Bankern getroffen, mit Obdachlosen, Künstlern, Touristen, Kindern, IT-Freaks, Fotomodellen, Junkies, StartUp Gründer, Muskelprotzen und kostümierten Hunden, oder sagen wir besser ihren Herrchen und Frauchen. Ich durfte so viel lernen und neue Perspektiven gewinnen, dass ich sie hier gar nicht alle aufführen kann. Doch einige besondere Eindrücke mag ich gern mit euch teilen.

Ein Papa erklärt seiner Tochter, die gerade das Stock Exchange Gebäude an der Wallstreet schien entdeckt zu haben: „Und das ist die New Yorker Börse. Wer dort rein geht, hat seine Seele zeitweise abgegeben, wenn er sie nicht zuvor bereits verkauft hat.“ Ich bin mir nicht sicher, ob die Kleine verstand, was ihr Papa damit meinte, ebenso wenig, wie er sich vielleicht darüber im Klaren war. In Gesprächen mit den Anzugträgern in New York habe ich gelernt, dass die Menschen dort gern arbeiten, ja selbst diejenigen, die mehrere Jobs am Tag jonglieren. Sie lieben ihre Stadt, auch wenn sie es ihnen nicht immer einfach macht. Vieles funktioniert dort tatsächlich nur mit Geld. Doch das scheint die Menschen nicht nur nicht zu stören, sondern sie leben damit den amerikanischen Traum, jeder für sich. Ein Mexikaner in einem Foodtruck erklärte mir, dass hier jeder seine Aufgabe hat und sich daran erfreut, Geld zu verdienen und anderen einen guten Dienst zu erweisen. Der Typ strahlte die ganze Zeit, da während unseres Gespräches immer wieder Kundschaft kam und die fühlten sich sehr gut unterhalten. Geld wird dort als Möglichkeit gesehen, Träume wahr werden zu lassen. Und das macht richtig viel Spaß.

Industrie 4.0, Internet 2.0, DigitalAge, alles wird besser, einfacher, schneller, intuitiver und einfach kostengünstiger. San Francisco, die Hochburg des digitalen Zeitalters im Silicon Valley, fasziniert mich immer wieder – vor allem wegen ihrer Menschen. Diesmal war ich vor Ort, um mit den IT-Freaks zu sprechen, ob wir Blockchain (eine noch recht junge Technologie, die digitales Vertrauen erzeugt, um Geschäfte überall in der Welt nahezu ohne Kosten und ohne Zeitverlust zu tätigen) dazu nutzen können, Zeit und Ressourcen zu gewinnen, um uns mit den Menschen und ihren Bedürfnissen zu ihrem Wohl zu beschäftigen. Die Zusammenfassung meiner Erkenntnisse: Ja wir können. Und wisst ihr, wer mich darauf gebracht hat? Die weißhaarige weise Dame auf dem Foto. „Wenn junge Menschen, mich auf der Straße ansprechen, um mir beim Tragen eines kleinen Schrankens in den 1. Stock behilflich zu sein, dann hat dieses ganze DigitalAge auch sein Gutes.“ Sie machte eine kurze Pause, weil mein Gesichtsausdruck etwas irritiert schien. „Dann haben die Menschen nicht trotz des ganzen technischen Schnickschnacks den Blick fürs Helfen beibehalten, sondern deswegen. Denn jetzt kann jeder in der ganzen Welt davon berichten und Vorbild für viele Menschen sein.“ In dieser Stadt denken so viele nicht nur die Welt verändern zu können, sie arbeiten hart dafür. Und doch verlieren sie nie den Blick für all die zwischenmenschlichen Aspekte des Lebens, die man mit Geld und Technologie ermöglichen kann. Deswegen bin ich so gern hier.

Was kann man schon von Kindern lernen? Und vor allem von einer 8jährigen Skateboarderin am Venice Beach in Los Angeles? Na zum Beispiel, wie sich einige gesellschaftlichen Probleme manchmal ganz einfach lösen lassen. „Ich übe ja nicht jeden Tag, weil ich die Beste sein möchte. Meine besten Freunde sind hier, die Großen lernen hier von uns, ja sie bringen uns auch neue Moves bei und vor allem haben wir einfach richtig viel Spaß und am Ende des Tages, sind wir dann einfach die Besten.“ Ich frage mich, warum nicht Kinder unsere Unternehmen beraten. Aber vielleicht ist es auch so, dass die Kleinen die Herausforderungen des Lebens einfach lösen und die Großen die Probleme der Gesellschaft kompliziert bewältigen. Vielleicht können beide das am besten. Wir bei MenschBank sind sehr neugierig, was passiert, wenn beide voneinander lernen, so wie die Profiskater von den Kleinen, die sich nicht nur trauen frech zu sein.

Ganz am Ende dann gab mir ausgerechnet ein Hollywood Produzent noch etwas sehr Bemerkenswertes mit auf den Weg: „Als ich festgestellt habe, dass meine Millionen nicht alles sind, habe ich gelernt, wieviel Freude sie mir und anderen Menschen bereiten.“ Vielleicht geht es nicht darum, viel Geld zu verdienen oder für die Menschen da zu sein. Vielleicht bieten uns Geld und Technologien die Möglichkeiten, unser Vertrauen ineinander und unseren Wert füreinander bewusst zu werden.

Ich danke den unzähligen Menschen und Begegnungen in den Staaten für ihre Offenheit und die Freude, ihre Erfahrungen mit mir zu teilen. Die daraus gewonnen Erkenntnisse fließen in unsere seit 2 Jahren in der Entwicklung befindliche formula humanitas – Die Formel der Menschlichkeit ein, und werden im nächsten Jahr der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

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