LASSESUNSTUN – TUN2017

Es gibt in Dresden eine großartige Initiative: LASSESUNSTUN.

Das sind Menschen, die andere Menschen inspirieren, den eigenen Fokus in TUN zu legen. Die Welt so zu machen, wie es ihnen am besten gefällt. Loszulegen, anzupacken, mitzumachen. Die Rahmen und Räume dafür geben, dass sich Menschen begegnen können, die – im konkreten Fall für Dresden – etwas zum positiven verändern können.

Und: sie reden nicht lange, sie machen. So, wie es der Name schon sagt.

Nun, gestern war die TUN2017 – das Konvestival von Lassesunstun (also eine Mischung aus Konferenz und Festival) – und unter anderem stellten sich die Kandidaten von LASSESUNSFÜRDRESDENTUN vor. Wir haben vorher schon darüber berichtet, so dass ich an der Stelle nur verlinke …

Martin war nicht da – und so durfte ich MenschBank präsentieren. Zugegeben, es war nicht ganz einfach für mich – meine Welt sind nicht die jungen Startups und vieles, was hier jeder kennt, ist mir fremd. Doch, was sollte ich sagen – angetreten waren wir mit dem Jugendwirtschaftskongress, auf der Suche nach Unterstützern und nach Geld. Unser Fokus hat sich verändert – denn uns ist die letzten Wochen bewusst geworden, den Kongress, so wir es dachten, können wir in diesem Jahr in der ursprünglichen Form noch nicht machen. Denn wie wollen wir glaubhaft den Jugendlichen etwas erzählen, was wir zwar theoretisch glauben, doch praktisch noch nicht leben. Kinder und Jugendliche brauchen ehrliche Vorbilder, die sie inspirieren.

Das VOR-BILD ist die Brücke zum neuen Bild. (Dunja Burghardt)

Und NEUE BILDER, neue Erfahrungswerte wollen wir unseren Kindern und Jugendlichen vermitteln. – Und auch, und hier hab ich sofort beim Schreiben Tränen in den Augen, auch den alten Menschen, denen, die kopfschüttelnd und teils traurig z.B. auf die Bankenwelt von heute schauen.

Mit solchen alten Menschen spreche ich sehr gerne (während Martin wie gesagt derjenige ist, der sich in der Generation Y total wohl fühlt) – und ich erzähle solch alten Menschen von LASSESUNSFÜRDRESDENTUN. Und wenngleich sie es nur durch mein Erzählen kennen, gibt es ihnen Mut und Hoffnung, Vertrauen und Zuversicht.

Doch zurück: was soll ich also sagen. Ich habe 10 mal 20 Sekunden. Und 10 Fragen. Viele der Menschen werden weder die MenschBank kennen, noch das Projekt, mit dem wir ursprünglich angetreten sind.

Also, habe ich mich entschieden, Schenkvestment vorzustellen. Rückblickend glaube ich, es war (mindestens) ein Schritt zu weit. Ich hätte MenschBank vorstellen sollen – und bei der Frage, wie geht es weiter: auf Schenkvestment hinweisen.

Nun, hinterher ist man häufig schlauer – und etwas, das vor allem ich wirklich lernen darf (und das mich bei anderen Menschen, die das können, immer sehr beeindruckt): mich selbst zurückzunehmen. Nicht zu sagen, was ich sagen will, sondern das, was der andere hören möchte. Und dabei doch genau das einfließen zu lassen, was ich sagen möchte – in einer Dosis, die der andere begreifen kann.

Seit zwei Jahren bin ich in der (neuen) Geldwelt unterwegs – forsche und rede, probiere aus und verwerfe. Noch viel länger bin ich im Feld ‚Berufung / Lebenssinn‘ unterwegs – in einer wenn ich zurück blicke großen Kompromisslosigkeit. Wie kann ich da erwarten, dass mich jemand versteht, wenn ich meine Gedanken teile, die in sich in Monaten und Jahren des Nachdenkens, Nachfragens und Ausprobierens geformt haben?

Zunächst war ich so traurig, wenn Menschen mich nicht verstanden. Mehr und mehr erkenne ich, dass es Demut von mir braucht. Und Geduld. – Und ich verspreche mir selbst und Euch anderen (vor allem Euch wunderbarer Generation Y), dies zu lernen. Schritt für Schritt – schneller kann ich selbst nämlich nicht.

Denn, wisst Ihr: Eure Projekte (und zwar ausschließlich alle, die sich gestern vorstellt haben) sind wunderbar und großartig und sollen und müssen umgesetzt werden. Und vor allem dürfen sie die wirtschaftliche Unterstützung erfahren, dass Ihr Euch auf das konzentrieren könnt, was IHR tun wollt. Auf das, was Ihr am besten könnt: nämlich Geschichten erzählen und Fotos machen. Comics malen und Essen kochen. Menschen zusammenbringen und Tanzen, Radio machen und echte Menschen-Märkte schaffen.

Als ich Euch das erste Mal kennenlernte, wollte ich sofort einigen von Euch Geld geben – wir hatten ja mündlich avisiert bekommen, dass unser Förderantrag für den Wertedialog genehmigt wird. Das Versprechen von damals konnten wir noch nicht erfüllen – und weil wir erkannt haben, wie wenig die aktuellen Förderrichtlinien auf so wundervolle und großartige Projekte passen, wie ihr sie macht (und auch wir sie tun), haben wir uns entschieden, Schenkvestment zu entwickeln.

Also haben wir letztendlich Schenkvestment auch Euch zu verdanken – und werden uns immer daran erinnern, warum wir tun, was wir tun: nämlich Menschen wie Euch zu unterstützen, das zu tun, was sie am besten können und am liebsten tun. Und da die meisten von Euch auch GELD brauchen, wollen wir für Euch eine Plattform schaffen, wo dies möglich sein wird.

Mit dem Blick zurück, würde ich die Fragen von gestern anders beantworten und hätte der Pitch folgenden Inhalt:

 

Worum geht es (bei eurem Projekt) überhaupt? 

MenschBank ist ein ein Raum, wo wir Menschen den Umgang mit Geld neu erfahren können. Eine großer Spielplatz, auf dem wir wieder lernen, miteinander zu spielen und nicht Gegeneinander.

Lasst uns es mit einem realen Spiel vergleichen: aus ‚Monopoly‘ wollen wir ‚die Legenden von Andor‘ machen.

Wir wollen gemeinsam unseren Planeten retten vor den Kreaturen und Katastrophen, die ihn bedrohen.

Wie seid ihr denn darauf gekommen? 

Martin und ich kommen aus der Finanzbranche: Ich war im Marketing & Vertrieb von Investmentbanken und meine Kunden waren die Berater. Martin war selbst Berater und Teamleiter in einem Finanzvertrieb, und so kennt er sowohl Mitarbeiter als auch Kundenseite.

Wir merkten, dass die Menschen in der Branche und mit der Branche nicht mehr glücklich sind. Immer mehr negative Schlagzeilen kamen. Und Geld schien einen immer größeren Druck zu machen und immer mehr Fokus von allem zu werden – und andere, wesentlich menschlichere Werte auf der Strecke zu lassen.

Was war Eurer erster Schritt? 

Begonnen haben wir mit einem leeren Blatt. Haben ein wenig Pippi Langstrumpf gespielt: Wenn wir uns die Welt machen könnten, wie sie uns gefällt, wie wäre sie dann?!

Wie wäre sie v.a. im Umgang mit Geld?!

Und der zweite? 

Wir haben begonnen zu forschen: TEDxTalks, Bücher (neue und seeeeehr alte), Gespräche mit Menschen, die als Trainer und Lehrer unterwegs sind. Gespräche mit Menschen in Bezug auf Geld, zu ihren Sorgen und Wünschen.

Hängen geblieben sind wir bei Schillers ‚An die Freude‘. Einem Gedicht, das in der Vertonung Beethovens heute die Hymne Europas ist. Einem Gedicht, wenn wir es Zeile für Zeile lesen, wir erkennen, dass auch dieser wunderbare ehem. DeutscheBank Vorstand Alfred Herrhausen davon inspiriert gewesen sein musste, wenn er z.B den Schuldenerlass der Dritte Welt Staaten forderte.

Warum seid Ihr zu #lassesunsfürdresdentun gekommen? 

Nachdem wir eher national bzw. international vernetzt sind und unsere so visionären Gespräche führen, war es uns wichtig, einfach mal ganz praktisch und ganz bodenständig hier in Dresden zu ‚landen‘. Dresden sagt man ja oft eine gewisse Behäbigkeit nach, auch gern verwendet ‚Tal der Ahnungslosen‘.

Wenn wir dieses Gedicht von Schiller, das ja hier in Dresden entstanden ist, in ein neues Bankenkonzept fließen lassen wollen – und diese Vision sich in Dresden realisieren soll, braucht es einige Ahnungsvolle – möglicherweise finden die sich ja hier bei LASSESUNSTUN

Was war die beste Geschichte, die ihr im Rahmen eures Projektes erlebt habt? 

Unglaublich großartig fand ich ein Treffen mit der SAB. Unser Förderantrag ‚Vertiefte Berufsorientierung‘ war gerade abgelehnt worden – logisch, weil wir (a) total ehrlich schreiben und (b) sehr visionär sind und neue Welten und neue Bilder gestalten wollen. Da passen wir nicht wirklich in die Förderrichtlinien.

Auf Abteilungsleiterebene hatten wir ein solch offenes und ehrliches und unterstützendes Treffen, dass Martin und ich total glücklich waren, und wir im Prinzip unsere nächste Aufgabe hatten: den Menschen bei der SAB zu helfen, ihre Gelder leichter und vertrauensvoller geben zu können.

Wie wird eure Idee Dresden (und die ganze Welt) zu einem besseren Ort machen? 

Wenn wir Menschen helfen, für sich herauszufinden, was sie am liebsten tun und am besten können – und ihnen weiterhin helfen, ihre Aufmerksamkeit darauf zu richten und einfach zu tun, dann macht das schon einmal einen großen Unterschied.

Wenn es uns dann noch gelingt, diesen oder anderen Menschen aufzuzeigen, dass sie mit ihrem Geld Dinge unterstützen, die die Welt gestalten – und sie sich einfach nur fragen dürfen, ob die Kapitalrendite wirklich ihr oberstes Ziel ist und sie damit Rüstung und Krieg fördern wollen und so letztendlich Krieg und Leid (auch in ihrem Erleben) unterstützen….

…. oder ob sie nicht lieber nach der Sinnrendite fragen wollen, vor allem nach ihrer eigenen. Was macht sie als Anleger glücklich? Welche Werte sind das, welche gesellschaftlichen Bereiche wollen sie entwickeln – in welcher Welt wollen sie mit dem ‚mehr-Geld‘ leben?!

Wär ja doof, wenn wir dann auf einmal geld-reich wären – und es gibt nichts mehr von dem, was uns wirklich wichtig ist. 🙂

Warum sollten auch andere den Mut haben, einfach etwas zu TUN? 

Naja, TUN tut ja jeder. Wir dürfen uns einfach bewusst werden, WAS wir tun – und welche Wirkung dies für unser Leben hat.

‚Energie folgt der Aufmerksamkeit‘. Worte sind stärker als Gedanken. Taten stärker als Worte.

Also macht es einfach total Sinn, das zu TUN, darüber zu SPRECHEN und zu TRÄUMEN und zu DENKEN, was jeden einzeln GLÜCKLICH macht.

Und – es gibt schon ganz viele, die GLÜCKLICH TUN. Keiner ist mehr in der heutigen Zeit allein. Vernetz Dich einfach – z.B. hier bei LASSESUNSTUN

Wie geht es denn jetzt weiter? 

Naja, wir haben die letzten Wochen ein Baby geboren, sag ich mal. Ich weiß schon, wie es heißt: nämlich SCHENKVESTMENT

Ich weiß noch nicht so genau, was es ist – okay, ich weiß, es hat mit Schenkgeld zu tun. Also SPENDEN, die man gibt für etwas, das einem selbst wichtig ist – und das dann in gemeinwohlorientierte Unternehmungen fließt, die das Leben auf der Welt schöner und besser machen.

Ich weiß auch, dass SCHENKVESTMENT 12 Dividenden hat: also 12 Teile, in die man Geld einschütten kann, was dann wiederum ausgeschüttet wird.

Wie kann man euch am besten unterstützen? 

… indem ihr uns entweder einfach TUN lasst und beobachtet (oder auch nicht), was wir TUN. Oder einfach MIT-TUT:

Doch wir haben eine Bedingung an Euer Mittun:

Erfolgreich zu teilen gelingt nur dann, wenn man den gleichen Nenner hat. Das kennen wir aus der Bruchrechnung.

Wichtig ist also der gleiche, gemeinsame Nenner in unserem Geldexperiment ‚Schenkvestment‘.

Unser Nenner ist die Gemeinwohlökonomie, in der das Glück des Einzelnen nur dann möglich und erfüllend ist, wenn er/sie damit gleichzeitig der Gemeinschaft dient und diese besser und glücklicher macht.

Wenn dies auch Euer ‚Nenner‘, eure Vision, eurer Traum ist => hey, dann herzlich willkommen!!

Lasst uns Geld-Spielen 😉

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