Geldwäsche a’la MenschBank

Silke Hohmuth schreibt:

‚Wir machen jetzt auch Geldwäsche.‘ sage ich wie in einem Nebensatz – und spüre das entsetzte Schweigen am Telefon oder den angespannten Blick meines Gegenübers. Wenn ich dann weiterspreche und unsere Art der Geldwäsche erkläre, ist das entspannte Aus- und Aufatmen deutlich zu hören.

Auf die Idee, Geld zu waschen, hat mich kein geringerer als unser Bundesbank-Präsident Jens Weidmann gebracht, als er Anfang diesen Jahres beim Bargeldsymposium der Deutschen Bundesbank den kanadischen Ökonomen John Kenneth Galbraith zitierte:

Geld ist schon eine einzigartige Sache. Es ist direkt neben der Liebe die größte Quelle der Freude; und direkt neben dem Tod die größte Quelle der Angst. 

Es ist ein wahrlich großartiges Zitat, wie ich finde – und es ist bemerkenswert, dass ein Mann in dieser Position Geld und Gefühle so konkret verbindet. Wenn dem so ist – Geld sich zwischen Freude und Angst befindet – was können wir dann konkret tun, dass Geld mehr im Sinne der Freude gedacht, gefühlt und gehandelt wird?! Diese Frage stellte sich mir direkt …

Es schien logisch, dass wir Geld erst einmal von all den ‚Angst-nahen Gefühlen und Erfahrungen‘ frei waschen. So ganz pragmatisch und praktisch. Dies ist auf verschiedenen Ebenen möglich: konkret mit dem Geld, indem wir es putzen bzw. mit Handwäsche waschen. Und mit unserem eigenen Empfinden, unseren Gedanken und Gefühlen, unserem ‚Mindset‘, wie es neudeutsch heißt.

Das erste Mal ‚Geld geputzt‘ habe ich am 3. Oktober 2017 – damals schrieb ich auf unserer Facebook-Seite:

Heute haben wir etwas schönes gemacht!! – GELD GEPUTZT 😉😍
GELDLABORe nennen wir die MenschBank Erfahrungsräume und Geldexperimente zum Thema Geld – und gerade gestern saß ich mit einer Kollegin aus dem Coachingbereich zusammen und wir sprachen u.a. über Glaubenssätze zu Geld und auch darüber, ob wir Geld mögen bzw. wann wir es besonders mögen.
‚Schmutziges‘ Geld mochten wir beide nicht, oder anders formuliert: wir mögen beide schönes, glänzendes, sauberes Geld. Wir stellten auch fest, dass je nachdem, ob das Geld neu ist oder vielleicht stumpf, belegt oder schmutzig, wir es unterschiedlich gern weiter geben…
Und so nahmen wir spontan unser Kleingeld und putzen es sauber, bis es glänzte und funkelte. Wirklich: was ein Unterschied!!
Nicht nur uns machte es eine große Freude, diese glänzenden, nicht klebrigen Münzen (sie fühlen sich wirklich anders an) zu haben, auch als ich später einkaufte und € 9,38 bar in glänzenden Münzen dem Verkäufer auf die Theke legte, schien er den Unterschied zu bemerken. Sogar meinem 18jährigen Sohn fiel das auf, der vorher meine Putzaktion eher belächelte.
Macht es ‚Sinn‘, das Geld zu putzen?! Nun, auf jeden Fall macht es Freude, kostet nichts, bringt ein wenig mehr Glanz ins Leben und – möglicherweise – ändert es die eigene Geldbeziehung und lässt – auch möglicherweise – Menschen, die das geputzte Geld in Händen halten, sich ein wenig an dem Glanz mitfreuen.
Vielleicht ist es ja auch eine nachhaltige Art der ‚Geldwäsche‘: wenn wir nämlich das Putzen mit dem Reflektieren der eigenen und gesellschaftlichen Glaubenssätze verbinden. Geldwäsche 2.0 quasi – MenschBank-Style

Es gab noch weitere Impulse, das Thema ‚Geldwäsche 2.0‘ wirklich einmal anzugehen. Letztendlich ist es nun ein Bildungsprojekt für Nachhaltige Entwicklung für Kinder und Jugendliche geworden, das auch Eltern und überhaupt Erwachsene inspirieren soll, über Geld ganz anders nachzudenken, nachzufühlen und nachzuhandeln.

Wir haben als Prototypen Geldsäckchen entwickelt, ähnlich wie es früher (oder heute auch noch?!) Geldsäcke von der Bundesbank gab. Dort hinein soll eine ‚Geldwäsche-Anleitung‘ als Gebrauchsanleitung für einen nachhaltigen Umgang mit Geld (die es co-kreativ zu entwickeln gilt), verschiedene Utensilien zur ganz praktischen Geldwäsche und z.B. auch Wäscheklammern, um die Geldscheine aufzuhängen.

Vom 10. – 14. Oktober 2018 sind wir mit unserem Geldwasch-Tisch und den Prototypen dieser Geldsäckchen auf der Frankfurter Buchmesse. Kommt gerne vorbei auf dem Stand A 30 in Messehalle 3.1 und gebt uns Tipps und teilt Eure Ideen für die Entwicklung dieser Geldwäsche-Anleitungen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

7 + = 9